Posts Tagged 'Verantwortung'

Pony von LKW erfasst

Durch unseren Ort führt eine Bundesstraße, schön breit mit Fuß- und Fahrradweg in beiden Richtungen. Wenn mal ein blau-silberner Passat irgendwo parkt oder ein kleiner schwarzer Kasten auf einem Stativ am Straßenrand steht, fahren die meisten mit angemessener Geschwindigkeit.

Sonst nicht!

Nie!

Gestern hat es das Pony unseres Nachbarn erwischt. Auf gerader Strecke. Direkt vor unserer Haustür.

Es hatte sich beim Umhüten auf einen anderen Teil der Weide mitsamt Führstrick der Einwirkung unseres Nachbarn entzogen und war auf die Bundesstraße gelaufen. Ein LKW hat es frontal erfasst und etliche Meter vor sich her geschoben. Das Pony war sofort tot.

Der Besitzer ist auch heute noch völlig fertig, sein Sohn macht ihm verbittert Vorwürfe. Sicherlich hat er versäumt, das Grundstück zusätzlich abzusichern, war vielleicht abgelenkt, wie auch immer…all das macht das Pony nicht wieder lebendig.

Für mich stellt sich eine andere Frage:

Wie kann es einem Berufskraftfahrer, der mit maximal 60 km/h eine geradeaus führende, breite Bundesstraße befährt, passieren, dass er aus seiner Fahrerposition, die sich etwa einen halben Meter über meiner Körpergröße befindet, am hellem lichten Tag ein dunkelbraunes Tier mit einem Stockmaß von ca. 1,60 m und 250 kg Körpergewicht derart übersieht, dass er nur eine Bremsspur von 80 cm zieht, das Pferdchen aber ungefähr 10 m vor sich her schiebt, bevor er zum Stillstand kommt?

Das Pony ist übrigens nicht plötzlich aus einer Seitenstraße oder hinter einem Haus hervor gehuscht, sondern befand sich nach Aussage des vorher fahrenden Autofahrers bereits auf der Straße!

Klar hat der Besitzer die Verantwortung für sein Tier. Aber die Polizei hat sich weder den Fahrtenschreiber des LKW-Fahrers zeigen lassen, noch haben sie irgendwelche Bremswege ausgemessen. Kaum vorstellbar, dass man als aufmerksamer Fahrer, bei vorschriftsmäßiger Fahrweise mit einem Überblick aus gut 2,50 m Augenhöhe nicht rechtzeitig zum Stehen kommen kann.

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Unsere Patienten sind die besten

Bisher standen hier ja eher diejenigen Patientenbesitzer im Vordergrund, die durch „merkwuerdiges“ Verhalten aufgefallen sind. Jetzt wird es aber Zeit fuer ein paar dankbare Bemerkungen ueber die absolute Mehrheit in unserer Praxis, unsere tollen Patienten und ihre Besitzer.

In unser Blog schaffen sie es nur selten oder werden nur nebenbei erwaehnt, deshalb widme ich ihnen nun einen eigenen Artikel.

Die Entscheidung, zu uns zu kommen, treffen viele aus eigenem Erkennen, dass es vielleicht noch andere, sanftere, nebenwirkungsfreie Methoden geben muesste, ihren Liebling zur Gesundung zu fuehren. Die meisten sind gut informiert und bereit, aktiv Mitverantwortung zu tragen.

Andere wollen ihren tierischen Mitbewohner nicht einfach aufgeben, nachdem der TA ihnen keine Hoffnung mehr machen konnte. Auch das ein Beweis fuer die Bereitschaft, Verantwortung zu uebernehmen.

Immer mehr Patientenbesitzer kommen inzwischen aber auch schon frueher zu uns, nicht erst in scheinbar aussichtslosen Situationen. Sie wollen prophylaktisch taetig sein, holen sich eine Ernaehrungsberatung, die nicht von der Industrie gepraegt wurde, wollen Gesundheitsproblemen, die zum Beispiel durch eine diagnostizierte Hueftdysplasie von anderer Seite als unausweichlich dargestellt werden, schon beim jungen Tier vorbeugen. Sie bitten uns um eine zweite Meinung zu Themen wie Haltungsbedingungen, Impfungen, Wurmkuren, Kastrationen oder angeratenen Operationen.

Bisher habe ich nur von den Patientenbesitzern gesprochen, moechte aber auf keinen Fall unsere eigentlichen Hauptpersonen unerwaehnt lassen, unsere tierischen Patienten! Sie benehmen sich in unserer Praxis beinahe ausnahmslos vorbildlich, es sei denn, sie wollen unbedingt ins Blog. 😉

Selbst die memmigsten Schietbuedel verlieren nach angemessener Eingewoehnungs- und Erkundungszeit ihre Angst und lassen sich auf eine intensive Untersuchung ein. Wir sind uns aber auch nicht zu schade, uns auf ihre Augenhoehe zu begeben, d.h. Untersuchungen auch auf dem Fussboden vorzunehmen. Und verletzt – weder aus Angst, noch aus Wut – hat uns auch noch keines.

Also, nehmt bitte hier und heute unseren Dank entgegen. Ihr seid der Grund, weshalb wir unsere Arbeit mit Freude machen! Gebt euch nicht all zu viel Muehe, ins Blog zu kommen, das schaffen nur die kuriosen, merkwuerdigen, unbelehr- oder ungeniessbaren.

Und heute auch mal die liebenswerten All-Taeglichen.

Wir sind stolz auf euch!

Ulli und Mandy

Ein hoffentlich nicht alltaeglicher Einsatz

Bin ich da richtig bei Pfoetchen?

Unsere Katze ist ueberfahren worden, koennen Sie die von der Strasse holen? Ich bin naemlich mit unserer 3-jaehrigen hier alleine und ich moechte nicht, dass sie das zu sehen kriegt.

Wir sind dann so verblieben, dass ich erst einmal schnell die tote Katze von der Strasse hole und sie mit zu uns nach Hause nehme, wo sie dann spaeter von ihm abgeholt werden sollte.

Am Ort des Geschehens hatte bereits ein Nachbar die Katze von der Strasse genommen. Er haette es nicht ertragen koennen, wenn noch ein weiteres Auto sie ueberrollt haette. Passiert war das Unglueck in einer Tempo-30-Zone, die Autos fuhren hier allerdings wesentlich schneller, was der Katze zum Verhaengnis wurde.

Ich nahm ihr noch das Halsband ab und brachte sie zu uns nach Hause.

Wenig spaeter kam der Anrufer dann auch, um sie abzuholen. Ich erzaehlte ihm noch, was er jetzt weiter veranlassen koennte und gab ihm einige Tel.-Nummern fuer die verschiedenen Moeglichkeiten mit.

Fuer mich war das heute ein aussergewoehnlicher und hoffentlich nicht alltaeglicher Einsatz.

Respekt verdient das verantwortungsbewusste Verhalten sowohl des Katzenbesitzers, als auch des Nachbarn! Da tue ich dann auch gerne, was mir moeglich ist.

Der ist ja schon alt,

da kann man sowieso nichts mehr dran machen.

Auf Nachfrage ist er dann schon sechs oder gar acht Jahre alt, von mir aus lass es zwoelf oder fuenfzehn sein! Wirklich, so alt schon? Nee, tut mir Leid, da koennt ihr von mir keine Zustimmung erwarten.

Ganz ehrlich? Ein Vorwand, nichts mehr fuer den Hund zu tun, ist das in meinen Ohren! Er wird langsam laestig, faengt so allmaehlich an, zeitintensiver zu werden. Und mehr Geld muesste man dann auch noch ausgeben. Ob sich das ueberhaupt lohnt?
Auch auf der „Gruenen Woche“ wollten wieder einige Tierbesitzer, dass ich ihnen ob ihrer diesbezueglichen Argumentation beipflichte. Und wenn ich ihnen dann die vielfaeltigen Moeglichkeiten aufzaehle, die die Lebensqualitaet verbessern, die gesundheitlichen Probleme auch im fortgeschrittenem Stadium noch lindern oder sogar heilen koennten, kommen wieder die oben erwaehnten Einwaende.
Leute, – (ich hoffe, dass sich nur die angesprochen fuehlen, die ich beabsichtige, anzusprechen) – wenn ihr nicht bereit seid, etwas fuer euer Tier zu tun, z.B. etwas an den Haltungsbedingungen incl. Fuetterung zu aendern oder wenn ihr nicht bereit seid, Geld fuer eine Therapie zu investieren, schiebt bitte nicht das Alter des Tieres vor.

(Start Sarkasmus)
Verdraengt alles, was es euch bisher an Freunde bereitet hat, schiebt es auf’s Abstellgleis, irgendwann kommt der Zeitpunkt, da findet ihr einen studierten Tierheilkundigen, der euch zustimmt, euch die Verantwortung abnimmt und der auch gleich die passende Spritze parat hat, um es von seinen ‚Leiden zu erloesen‘.
(Ende Sarkasmus)

Und holt euch danach bitte, bitte nie wieder ein Tier ins Haus, auch nicht in den Zwinger!

Masslos aufregen koennte ich mich manchmal!

Nachtrag: siehe auch: Toffee


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