Archiv für August 2010

Durchgehende Pferde bei Fackelzug im Emsland

Heute Vormittag in den Nachrichten:

Beim Fackelzug eines Reiterhofs in Lathen/Emsland wurden gestern Abend 44 Kinder und Jugendliche verletzt, als zeitgleich alle beteiligten 100 Pferde durchgingen. Der Zustand eines 14-jährigen Mädchens, das auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht werden musste, ist inzwischen stabil.

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Pilotprojekt „Anonyme Bewerbung“

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) teilte am Dienstag mit, dass ein Pilotprojekt „Anonyme Bewerbung“ anlaufen wird, in dem von mehreren Betrieben getestet wird, ob es möglich ist, Bewerber für ausgeschriebene Stellen nur nach ihrer Qualifikation einzustellen. Ohne Rücksicht auf Alter, Wohnort, Geschlecht, Namen, Herkunft und Aussehen.

Wir überlegen z.Zt., ob wir demnächst eine Fachkraft für die Pflege unserer Praxis- und Verkaufsräume einstellen. Zuverlässig, pünktlich, sorgfältig und verantwortungsbewusst sollte diese Person sein, über hinreichende Berufserfahrung verfügen und entsprechende Referenzen vorweisen können.

Weitere persönliche Merkmale spielen für Mandy und mich keine Rolle.

Für mich eigentlich auch nicht, nur sollte sie weiblich, etwa 20-25 Jahren alt sein, ein ansprechendes, gepflegtes Äußeres, lange Beine, ein attraktives Dekollete, blonde, lange Haare und grüne Augen haben und mit Figur (90-60-90) betonender Arbeitskleidung – wie kurzem Rock und hochhackigen Schuhen – zum Dienst erscheinen. Die Arbeitszeiten sollten flexibel gestaltet und auf meine telefonische Anfrage auch kurzfristig in die Abendstunden gelegt werden können.

Wenn auch persönliche Daten für mich wirklich nicht von Belang sind, so sollte einer anonymisierten Bewerbung doch bitte wenigstens ein aussagefähiges Foto beigefügt sein. 😉

Habt ihr gemerkt? … War nur Spaß!

Nachtrag:
Nachdem Mandy und ich das Thema nun noch einmal ausführlich diskutiert haben, bleibt es dabei, dass weiterhin Oma unsere Räume putzt.

Ist auch billiger. 😉

Gold gegen Bares

Gestern fahre ich nachmittags auf einer Landstraße durch Ostwestfalen-Lippe. An der Einmündung eines Wirtschaftswegs hält mit aktivierter Warnblinkanlage ein betagter Kombi der Marke Ford, zugelassen für den Straßenverkehr mit einem Überführungskennzeichen, Landkreis Meißen. Davor steht ein gut gekleideter Mann, der heftig mit den Armen rudert, was wohl bedeuten soll, dass er Hilfe benötigt.

Ich halte also an, mal hören, worum es geht. Vielleicht genügt es schon, mein Handy für ein Telefongespräch zur Verfügung zu stellen oder den Automobilclub anzurufen. Ich würde ihn auch ein paar Kilometer an den Haken nehmen und in den nächsten Ort schleppen, ein stabiles Seil habe ich schließlich dabei.

Der Mann kommt sofort an mein Auto, ich lasse die Scheibe runter und er erzählt mir die Geschichte von seiner funktionsuntüchtigen Kreditkarte, dem fehlenden Bargeld und dem leeren Tank. Deutsch ist nicht seine Muttersprache, ich tippe auf den Balkan als Heimat. Die ganze Zeit über hält er mir zwei Goldringe durchs offene Fenster entgegen.

Inzwischen ist noch ein zweiter Mann aus dem Mondeo gestiegen und ebenfalls an mein Fenster gekommen. Die beiden ähneln sich wie Brüder. Bruder Zwei gibt exakt die gleiche Geschichte zum Besten, hat ebenfalls zwei Ringe in der Hand und legt noch seine schwere Halskette oben drauf. Ich bin noch gar nicht zu Wort gekommen, überlege, was ich für die Leute tun kann und lasse ihn reden.

Verzweifelt weist er darauf hin, dass auch noch seine Frau und seine Tochter im Auto sitzen und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Als er mir nun noch mit dem Zeigefinger ein €-Zeichen auf meinen Außenspiegel schmiert, unterbreche ich seinen Redeschwall:

„STOPP! Hey, ich habe verstanden, worum es geht. Sie geben mir Ihren Schmuck und ich gebe Ihnen Bargeld zum Tanken. Zeigen Sie mal her.“

„Ja, Gold, 18 Karat, sehen Sie Stempel.“

Während ich mir einen Ring genauer anschaue, geht der Mann doch tatsächlich auf die Knie und streckt mir seine betenden bittenden Hände entgegen. Auf seine gute Anzughose nimmt er dabei keinerlei Rücksicht.

„Zwanzig Liter, was kosten zwanzig Liter Benzin?“

Mann, lass mich doch mal einen Augenblick in Ruhe, einen hilfreichen Gedanken fassen, den Ring genauer ansehen. Ich kann außer einem fetten „18k“ in der Mitte des Rings nichts erkennen. Muss da nicht irgendwo noch der Feingehalt angegeben werden? 585 oder 333 oder sowas? Ich könnte meinen Ring abnehmen und gucken, was da eingeprägt ist, vergleichen. Ich sollte meine Brille aufsetzen, aber du kommst ja hier zu nichts.

„25, 30 Euro ungefähr“

„Ja, 25 Euro, genug, kriegst du morgen wieder“

„Wie denn?“

„Gold, 18 Karat, nimmst du mit, morgen Geld zurück.“

Okay, versuche ich mal was anderes: „Ich habe noch Benzin im Reservekanister, das kann ich Ihnen geben, dann können Sie zur nächsten Tankstelle fahren und Ihr Gold da gegen Sprit eintauschen.“

„Sprit? Nein, Kreditkarte kaputt, geht nicht. Hier, zwei Ringe, Kette, kannst du mitnehmen, 20 Euro, morgen zurück. Bi-hit-te!“

Nochmaliger Kniefall.

„Hören Sie, es tut mir leid, ich glaube nicht, dass ihr Schmuck echt ist, jedenfalls kann ich es nicht beurteilen. Ich kann Ihnen etwas Benzin geben, dann können Sie zur nächsten Tankstelle fahren und dort …“

„Ist echt, Stempel, siehst du!“

„Tut mir leid. NEIN!“

Mann, hatte ich jetzt, nach dem Weiterfahren, viel zu denken!

Jetzt standen die da, fern der Heimat, ohne Bargeld, Kreditkarte aus irgendwelchen Gründen nicht benutzbar. Ich hätte mit 20 Euro ein gutes Werk tun können, die hätten mir sogar ihren Schmuck mitgegeben.

Aber wer gibt dir schon zwei echte Goldringe und eine Kette als Sicherheit für 20 Euro Bares? Wenn ich es mir recht überlege, war gar keine konstruktive Problemlösung erwünscht. Mein Geld hätte ich wahrscheinlich nie wieder gesehen und der Kaugummiautomatenschmuck hätte mir wohl auch keine dauernde Freude bereitet.

Ich werde doch wohl keine Vorurteile gegen Ausländer haben?! Nein, als solche habe ich sie schon erkannt, bevor ich angehalten habe, bin nur zu dem Ergebnis gekommen, dass an der ganzen Sache etwas faul ist, zu dick aufgetragen, letztendlich zu unglaubwürdig für mich.

Trotzdem, ich war nah dran, die Familie – gestrandet in der Fremde, fern der Heimat – mit dem Bargeld zu unterstützen. Schließlich habe auch ich im Ausland oft genug Hilfe von mir völlig fremden Personen erhalten.

Später, auf dem Weg nach Hause, wusste ich endlich, was ich hätte tun sollen: Unsere Freunde und Helfer über „110“ anrufen, kurz schildern, dass eine ausländische Familie in Schwierigkeiten steckt und ich mich nicht in der Lage fühle, ihr die passende Unterstützung zu geben.

Die Uniformierten hätten im Notfall sicherlich eine hilfreiche Lösung gefunden. Falls es sich allerdings um Betrüger handelte, wäre die Polizei an Ort und Stelle in der Lage gewesen, ihr Treiben zu stoppen. Noch wahrscheinlicher erscheint es mir aber, dass die Mondeo-Familie bereits während meines Telefongesprächs Fersengeld gegeben hätte.

Hätte, könnte, wäre, wenn … Alles müßig, weil nicht getan!

Eines aber habe ich getan: Gestern Abend noch habe ich 30 Euro für die Flutopfer in Pakistan gespendet.

Meine Bedenken, dass das Geld in irgendwelchen Kanälen verschwindet und nicht bei den Opfern der Flutkatastrophe ankommt, habe ich beiseite geschoben, als Ausrede, die man immer benutzen kann, wenn es um Spenden geht. Gestern aber habe ich bemerkt, dass ich beinahe 30 Euro für Tand ausgegeben hätte, dann doch lieber für die Flutopfer.

Nach dem Kommentar von Skugga habe ich oben noch „Autobahngold“ als Tag hinzu gefügt.

Verantwortungsbewusste Landwirtschaftsministerin oder Große Lusche?

Beides scheint möglich.

Report Mainz, ARD, sendete gestern, am 09.08.2010 einen Bericht über die Verflechtungen der Niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen mit Putenmastbetrieben, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Hier ist Grotelüschen angreifbar und wird sicherlich viele Fragen beantworten müssen.

Aber…

…Report gilt nicht gerade als Erfinder des seriösen Journalismus. Bild- und Filmmaterial wurde der Redaktion von der PETA zugespielt, einer sogenannten Tierschutzorganisation, die es mit der Wahrheit um ihre Tätigkeit nicht eben sonderlich genau nimmt.

Laut Hamburger Abendblatt vom heutigen 10. August erklärte die Geschäftsführerin der Putenerzeugergemeinschaft, Elke Friedrich, dass die Filmaufnahmen nicht in den bezeichneten Betrieben gemacht wurden und schon seit Jahren im Umlauf seien.

Nun stehen wir da, um Aufklärung bemühte Bürger, die nicht wissen, wem sie Glauben schenken sollen.

Auf der einen Seite haben wir die Massentierhaltung, die niemals artgerecht sein kann, aber gewissen Anforderungen gerecht werden muss, die der Gesetzgeber festgelegt hat. Politiker handeln diese Gesetze aus, Lobbyisten versuchen Einfluss auf die Politik zu nehmen – es geht um Geld, viel Geld. Hinzu kommt, dass die Berufsgruppe der Politiker vom Ansehen, dass sie bei der Bevölkerung genießt, eher am unteren Rand der Skala angesiedelt ist. Massentierhaltung und eine Agrarpolitikerin, die durch familiäre Bindung damit verbandelt ist = schlechte Position!

Auf der anderen Seite steht ein Enthüllungsmagazin, das schon viele Skandale aufgedeckt hat, eine Tierschutzorganisation, die sich mit spektakulären Aktionen und prominenten Befürwortern glänzend in Szene zu setzen weiß und ein Publikum, das dankbar jeden Skandal aufsaugt = gute Position!

Wenn sich herausstellen sollte, dass nichts so ist, wie es schien, als gestern die Sendung ausgestrahlt wurde, stehen für mich die Verlierer schon jetzt fest:

Es sind die zig-Millionen Schlachttiere in der Massentierhaltung, denen ein Bärendienst erwiesen wurde.

Chip- und Leinenpflicht für Katzen?

In einem Kommentar zu meinem Artikel „Grotelüschen will Hundegesetz ohne 20/40 Regelung“ schrieb Flo:

[..] Die Chippflicht finde ich gut, allerdings verstehe ich nur nicht, warum diese Sachen immer so streng bei Hunden durchgesetzt werden, bei Katzen nicht.

Der SPIEGEL hat sich in der heutigen (09.08.2010) Ausgabe 32/2010 unter dem Titel „Kranke Streuner“ dem Problem verwilderter Hauskatzen gewidmet.

In Berlin wird die Zahl frei lebender Katzen auf 100 000 Exemplare geschätzt – mit steigender Tendenz. Sie vermehren sich unkontrolliert und in beinahe jeder Gemeinde Deutschlands gibt es ehrenamtliche Katzenfreunde, die die Streuner einfangen, kastrieren lassen und anschließend wieder frei lassen. Streuner gewöhnen sich nicht mehr an das Leben mit Menschen, eingesperrt in einer Wohnung.

Seit zwei Jahren bereits gibt es das „Paderborner Modell“, das allen Katzenbesitzern ein Bußgeld androht, die unkastrierte und nicht gekennzeichnete Tiere frei laufen lassen. Andere Städte erwägen, dieses Modell zu übernehmen, in Baden Württemberg soll es sogar landesweit eingeführt werden.

Ich frage mich allerdings, wie eine solche Verordnung durchgesetzt werden soll.

Hans-Joachim Hackbarth von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover kommt auch zu Wort. Wenn es nach ihm ginge, dürfte es in Deutschland keine Freigänger geben. Außenkatzen wildern und sind mit allen möglichen Krankheiten durchseucht, von Tierfreunden betreute Futterplätze halten die Populationen der Streuner künstlich am Leben.

Hackbarth stimmt der Kastrationspflicht zu, ebenso befürwortet er die Vermittlung aufgefundener Katzenbabys in menschliche Obhut, solange sie sich noch auf den Menschen prägen lassen.

Für alle erwachsenen, nicht vermittelbaren Katzen hat der Leiter des Tierschutzzentrums ebenfalls eine Lösung parat:

Einschläfern!

Fühl den Wolf

Gefunden bei einem Online-Auktionshaus:

– Elektrischer Fleischwolf mit großem Trichter für sicheres und einfaches befühlen.-

Weil Django sich beim Fressen lieber an großen Stücken labt, fällt es mir schwer, ihm weitere gesunde Zutaten unter zu mischen. Für Gemüse im Napf hat er nur verächtliche Blicke und rümpft hochnäsig die gerunzelte Nase.

Wenn ich aber hin und wieder fleischige und vegetarische Bestandteile gemeinsam durch einen Fleischwolf schicke, kann ich ihn vielleicht überlisten. 😉

Den oben beschriebenen Wolf darf ich ruhig auch mal gefahrlos streicheln.

Den nehme ich! 🙂

Urlaubsnachlese 3.Teil

Bibione 2009

Der Alltag hat uns wieder

Urlaubsnachlese 1.Teil
Urlaubsnachlese 2.Teil

Bei der Wahl „unseres“ Strandes stehen gewisse Kriterien im Vordergrund, die wir erfüllt wissen wollen.

Der eigentliche Hundestrand in Bibione entspricht diesen Ansprüchen nicht. Schon von außen sieht man, wie es dort tickt.



Unsere „Freunde“, die beständig dafür sorgen, dass uns die Patienten nicht ausgehen, betreiben hier Werbung im ganz großen Stil und weisen überall darauf hin, wie überlebenswichtig sie für die Hunde sind.

Und die Urlauber spielen mit.


Handzettel erklären, dass Hunde ohne Nachweis eines Parasitenschutzes den Strand gar nicht erst betreten dürfen. Sicherlich bekommt man dort aber Bezugsquellen für das entsprechende Mittel genannt. oder kann es direkt einkaufen und applizieren
Es dürfen immer nur fünf Hunde gleichzeitig ins Wasser, wahrscheinlich, weil sonst die Krebse und Fische in der Adria verrecken.
(siehe Beipackzettel, Seite 2, letzter Absatz)

Auch sonst ist dort alles reglementiert, man traut offenbar den Hunden und ihren Haltern nicht zu, dass sie soziales Benehmen zeigen.

Nichts für uns, wir tummeln uns am freien Strand,


dort findet man die wirklichen Hundenarrennärrinnen

und die verschiedensten Typen





Nachtrag:
Ich möchte nicht verschweigen, dass ich in der Innenstadt von Bibione auch noch auf Material für die folgenden Fotos gestoßen bin, in einem Souvenirladen.
Dazu fehlen mir die Worte.
😦



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