Posts Tagged 'Abdeckerei'

Pferdefleisch

Gleich nach dem Start des Pfoetchen-Blogs habe ich Die Pferdeweide in unsere Blog-Rolle aufgenommen, ein Weblog, dass eine Vielfalt von Themen rund ums Pferd bietet.

Christiane schrieb den letzten Artikel dort am 12.10.2009 und der hat es in sich, spricht er doch das Reizthema Pferdefleischverzehr an.

Kein Pferdebesitzer wird sein Pferd schlachten lassen und sich anschliessend von dessen Fleisch ernaehren, die wenigsten Pferdebesitzer werden Pferdefleisch in irgendeiner Form essen und schon den Gedanken daran weit von sich weisen.

Zu gross ist die emotionale Bindung an diese Tierart.

Tatsache ist, dass in Deutschland Pferdefleisch gegessen wird, allerdings in vergleichsweise kleine Mengen.

Dieses Fleisch waechst ja nun nicht auf Baeumen, das duerfte jedem Pferdebesitzer klar sein.

Spaetestens bei der Beantragung des Equidenpasses sollte ein Pferdebesitzer moeglichst neutral und objektiv bedacht haben, was im Fall des Falles mit seinem Tier geschehen soll.
Nur wenn die Eintragung dort: „Zur Schlachtung vorgesehen“ lautet, stehen dem Pferdebesitzer alle Moeglichkeiten offen.

Ich denke, wir sind uns einig darueber, dass es das Beste fuer jedes Lebewesen ist, wenn es im gesegneten Alter, frei von schweren Krankheiten und Schmerzen einfach einschlaeft und sein Leben friedlich beendet.

So ist es wuenschenswert und ich goenne es allen, die auf dieser Erde leben von Herzen. Leider ist das Leben kein Wunschkonzert und viel zu oft muss sich ein Pferdebesitzer entschliessen, dem Leben seines Pferdes ein Ende setzen zu lassen.

Eine Moeglichkeit: Tierarzt rufen, der schlaefert das Pferd ein, anschliessend kommt der Wagen der Abdeckerei, das Tier wird aufgeladen und zur weiteren Verwertung in die Tierkoerperbeseitigungsanstalt gebracht.
Der Besitzer kann waehrend der Toetung bei seinem Pferd sein.
Es kann in Einzelfaellen zu Komplikationen kommen.
Als Alternative zur TBA gibt es auch die Moeglichkeit, das Tier einaeschern zu lassen.

Andere Moeglichkeit: Der Pferdebesitzer hat sich schon fruehzeitig nach einem Schlachtbetrieb umgesehen und sich Informationen über den Gesamtvorgang geben lassen. Der Schlachter holt das Pferd ab oder der Besitzer faehrt das Tier zum Schlachter.
Der Besitzer darf sein Pferd in die Schlachthalle begleiten, es sogar selbst fuehren.
Das Pferd wird mit einem Bolzenschuss betaeubt. In dem Sekundenbruchteil, in dem der Schuss faellt, ist es hirntot*. Das Herz schlaegt noch und pumpt das Blut durch die geoeffnete Halsschlagader aus dem Koerper heraus.
*In diesem Zustand werden dem Menschen Organe fuer eine Transplantation entnommen.

Beide Moeglichkeiten stellen fuer den Tierbesitzer eine extreme psychische Belastung dar.

Aber:

Immer wieder begegne ich Pferdebesitzern, die sich Vorwuerfe machen, weil sie ihr Pferd zum Schlachter gegeben haben, die sich schon mit Selbstvorwuerfen quaelen, wenn sie nur den Gedanken an eine Schlachtung zugelassen haben. Meiner Meinung nach zu unrecht.

Die Toetung eines Pferdes sollte in jedem Fall nur von einer Fachperson durchgefuehrt werden, der man das unbedingt notwendige Vertrauen entgegenbringen kann, von einer Person, der man anmerkt, dass sie trotz ihrer Taetigkeit Respekt vor dem Leben des Tieres zeigt und dementsprechend handelt.

Nach dem Tod bleibt nur der stoffliche Koerper des Lebewesens uebrig. Wir koennen davon ausgehen, dass es dem Tier egal ist, was damit geschieht. Ein Blick in die Natur kann vielleicht einige Bedenken relativieren. Nur wenige wildlebende Tiere schlafen friedlich ein und sterben. Die meisten verhungern, verdursten oder fallen einem Beutefresser zum Opfer. Nur dem Menschen ist es gegeben, ethisch gepraegte Verantwortung fuer die Toetung und die weitere Verwendung des Tierkoerpers zu uebernehmen.

Ob dieser als Asche, Seife, Tiermehl oder als Lebensmittel fuer Zootiere, Hunde oder Menschen endet, muss der freien Entscheidung des frueheren Besitzers ueberlassen bleiben.

Puh! Geschafft!
Nun macht mit mir, was ihr wollt.
Jedenfalls hat mich noch kein Artikel, den ich hier geschrieben habe, soviel Kraft und Zeit gekostet, wie dieser.

(Die Pferdeweide hoffe ich hiermit ermuntert zu haben, das Blog weiterzufuehren.)

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Im Wald tut sich was

War es mein Anruf beim Veterinaeramt?

Am Tag danach hatten die Heinzelmaennchen jedenfalls alles weggeraeumt. All die Gaenseabfaelle sind aus dem Waldstueck entfernt worden, nur ein paar leere Plastiktueten liegen noch im Laub verstreut herum. Eine zurueckgelassenen Forke zeugt, an eine Buche gelehnt, von der vorangegangenen Aktion. Hoffentlich muss sie nicht noch einmal zum Einsatz kommen.

Ich werte diesen Vorgang erst einmal als Erfolg.

Wenigstens zeigt sich hier der Willen, das durch die illegale Entsorgung der Schlachtabfaelle entstandene Problem ernst zu nehmen.
Auch in Richtung Verursacher wird damit ein Zeichen gesetzt. Wenn er nach dem naechsten Wochenende seine persoenliche Freiluft-Abdeckerei aufsucht und sieht, dass diesem Ort so viel Aufmerksamkeit zuteil geworden ist, sollte er mal darueber nachdenken, ob er sich nicht laengst unter Beobachtung befindet und dementsprechend handeln.

Alle Artikel zum Thema

Wenn ein Tier stirbt

Wenn ein tierischer Freund und Lebensabschnittsbegleiter stirbt, steht sein trauernder Mensch vor einer Entscheidung, mit der er sich schon zu Lebzeiten des Tieres auseinander setzen sollte.

Wohin geht der letzte Weg?

Wurde ein Tier eingeschlaefert, bietet der Tierarzt an, es in der Praxis zu behalten. Es gelangt dann in eine Tierkoerperbeseitigungsanstalt – auch als Abdeckerei bekannt.
Nimmt man den Leichnam mit oder stirbt das Tier zu Hause, gibt es ebenfalls die Moeglichkeit, es zur TBA zu bringen, wo es gesetzeskonform entsorgt wird. Fuer viele Tierfreunde ein abstossender Gedanke!
Ich kann aber auch nachvollziehen, dass Mensch der Ueberzeugung ist, dass nach dem Tode nur die sterblichen Reste des Tieres verbleiben und es vollkommen egal ist, was mit ihnen geschieht.
Noch einmal: Ich verurteile niemanden, der sein Tier in der TBA abgibt. Viel wichtiger ist mir, dass ein Tier zu Lebzeiten gut behandelt und versorgt wird und dass seine Menschen es nach dem Tode in wohlwollender Erinnerung behalten.

Ob es erlaubt ist, das Tier im eigenen Garten zu begraben, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Alternativ dazu gibt es Tierfriedhoefe in vielen Staedten und Gemeinden.

Inzwischen gibt es auch ein vielseitiges Angebot, Tiere einaeschern zu lassen. Auf der Heimtiermesse in Hannover traf ich eine Dame von „Antares Tierbestattungen“. Sie war sehr kompetent und freundlich in ihrer Beratung und Aufklaerung. Vor allem nicht draengend und aufdringlich ins Gewissen redend.

Ich habe oben mal einen Link eingefuegt, weil ich der, allerdings sehr persoenlichen Meinung bin, dass dieses Familienunternehmen eine serioese und umfassende Betreuung nach dem Tode eines Tieres bieten kann und wohl wissend, dass es eine Vielzahl anderer Anbieter gibt, die ebenfalls pietaetvoll und verantwortungsbewusst arbeiten.

siehe auch: Kinder trauern um ihr Tier

Nachtrag:
Bei „Die-Pferde-Weide“ habe ich den Artikel: Gnadenhof oder Schlachthof gefunden, der Alter und Tod der Pferde thematisiert.


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