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Wie oft sollen Tiere gegen Tollwut geimpft werden?

Impfungen gegen ansonsten tödliche verlaufende Infektionen haben sowohl den Menschen, als auch den Tieren viel Leid erspart. Die wissenschaftliche Erkenntnis, dass das Einbringen abgeschwächter Erregerinformation (aktive Impfung) oder spezifischer Antikörper (passive Impfung) in den Organismus vor einer Infektion schützt, ist eine der größten Segnungen, die uns die Medizin gebracht hat.

Eine Impfung verhindert nicht nur eine Ansteckung des einzelnen Individuums, sie kann, wenn ein genügend hoher Prozentsatz der von der Krankheit betroffenen Art mit der Vakzine behandelt wurde, dazu führen, dass es zur Immunität der Gesamtpopulation kommt. Der Zustand der kollektiven Immunität wird erreicht.

Eine der verheerendsten Krankheiten für Mensch und Tier ist die Tollwut.

Gefährlich! Tödlich! Hochinfektiös!

Allerdings gilt Deutschland seit 2008 als tollwutfrei. Zwei Jahre zuvor konnte der letzte befallene Fuchs dokumentiert werden. Füchse waren die Hauptüberträger der terrestrischen Tollwut. Ihre Kontakte zu Haustieren führten auch immer wieder zu zahlreichen Tollwutfällen bei Hunden und Katzen, und damit auch beim Menschen.

Eine entscheidende Wende wurde in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts eingeleitet, als es gelang, einen Impfstoff zu entwickeln, der eine zuverlässige Wirkung auch bei orale Aufnahme zeigte. Über Jahre wurden entsprechend präparierte Impfköder in der Natur ausgebracht, um die Fuchspopulation zu immunisieren. Mit dem oben beschriebenen Erfolg.

Früher wurde die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Tollwut nur für ein Jahr bescheinigt, entsprechend musste jedes Jahr geimpft werden, um einen lückenlosen Impfschutz dokumentieren zu können. In Zeiten, in denen immer wieder Tollwutfälle auftraten, bedeutete der Kontakt eines ungeimpften Hundes mit einem anderen tollwütigen Tier (Fuchs, anderer Hund) unausweichlich und im Gesetz festgeschrieben, dass dieser eingeschläfert werden musste – keine Ausnahme möglich! Konnte ein Impfschutz nachgewiesen werden, musste er so lange in Quarantäne, bis sicher gestellt war, dass keine Infizierung stattgefunden hatte.

Heute ist die Gefahr, dass unsere Haustiere mit einem tollwütigen Tier in Kontakt kommen, verschwindend gering. Gefahr droht allenfalls von illegal eingeführten Haustieren, die bereits im Herkunftsland infiziert wurden oder von Wildtieren, die aus Ländern einwandern, in denen es noch Wildtollwutgebiete gibt. Aber, wie weit kommt wohl ein tollwutkranker Wolf? Und warum will gerade er nach Deutschland einwandern?

Der Gesetzgeber fordert einen nachgewiesenen Impfschutz für unsere Haustiere, wenn sie über Staatsgrenzen reisen, wenn sie mit uns in Urlaub fahren oder ins Ausland verkauft werden. Sie dürfen Ausstellungen, Wettbewerbe, Prüfungen nur mit gültigem Impfpass besuchen. Tierpensionen fordern den Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung.

Nun sind seit 2006 sämtliche marktfähigen Tollwutimpfstoffe für eine Wirksamkeitsdauer von drei Jahren zugelassen.

Und immer noch kommen Patientenbesitzer mit Hunden zu uns, denen der Tierarzt nach der Impfung nur ein Jahr Gültigkeit im EU-Heimtierpass bescheinigt hat. Und pünktlich vor Ablauf der Jahresfrist werden sie aufgefordert, wieder zum Impfen zu erscheinen. Kein Wort der Aufklärung fällt. Schlimmer noch: Wenn der Tierbesitzer nachfragt, wie das denn wäre, mit der dreijährigen Wirksamkeit, werden Ängste geschürt, Sicherheitsmängel angeführt, dem Tierbesitzer wird erzählt, er müsse dann die Grundimmunisierung wiederholen.

Alles Blödsinn!
Reine Geldschneiderei!
Geschäfte mit der Angst und Unwissenheit der Patientenbesitzer!

Die materiellen Kosten tragen die Herrchen und Frauchen, die gesundheitlichen die Tiere selbst. Impfschäden sind sowohl im Human-, als auch im Veterinärbereich zur Genüge dokumentiert. Die wenigsten zeigen sich als tödlicher Schock, gesundheitliche Schäden, die erst später auftreten, werden oftmals nicht mehr mit der voran gegangenen Impfung in Zusammenhang gebracht.

Sicherlich ist aus dem, was ich bisher geschrieben habe erkennbar, dass ich kein dogmatischer Impfgegner bin. Meine dringende Empfehlung für Hunde- und Katzenhalter ist, auf jeden Fall die Grundimmunisierung gegen alle in Frage kommenden Infektionskrankheiten durchzuführen, danach aber den Organismus so selten wie möglich mit einer weiteren Impfung zu belasten.

Lasst euch nicht von Tierärzten Impfungen aufschwatzen, wie vehement sie auch darauf bestehen. Ihr tragt die Verantwortung für das gesundheitliche Wohlergehen eurer Tiere.

Ein Beispiel, wie vehement ein Tierarzt in der Öffentlichkeit seine Position verteidigt, könnt und sollt ihr in diesem Blogeintrag und vor allem in den zugehörigen Kommentaren lesen. (Oh Mann, und ich liefere jetzt auch noch Besucher.) 😦

Aber ich bin mir sicher, ihr seid in der Lage, euch eine eigene Meinung dazu zu bilden. 😉

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Bellas Auge und die Tierärzte III.

Zum 1.Teil
Zum 2. Teil

Erst als ich vorschlage, ich könne vorab alleine ein Erstgespräch mit einem Tierarzt führen, der solche Operationen durchführt und ihn und Bella sogar zum ersten Besuch in dessen Praxis begleiten, bemerken wir zaghafte Zustimmung.

Wir entlassen die beiden also für dieses Mal mit dem guten Gefühl, demnächst das Augenlid operieren lassen zu können.

An einem der folgenden Tage stelle ich mich in einer Tierarztpraxis vor, die ich bisher nur von außen gesehen habe und an die ich bereits in der Woche zuvor ein Toypudelmädchen überwiesen habe, dem von der Familienkatze eine Hornhautverletzung am Auge verpasst wurde.

Dem Tierarzt war unsere Praxis bekannt und auch an die Toypudelin konnte er sich erinnern. Ein guter Einstieg. So sprach ich denn von einer möglichen Zusammenarbeit auf Gebieten, die wir Heilpraktiker nicht abdecken können und dürfen. Zum Beispiel sind wir in einigen Fällen auf Röntgenaufnahmen angewiesen, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten. Notwendige Operationen können und dürfen nur von Tierärzten durchgeführt werden. Impfungen dürfen nur von Tierärzten verabreicht werden.
(Wir sind übrigens keine dogmatischen Impfgegner, haben allerdings zu dem Thema eine recht differenzierte Sichtweise)

Zufrieden hörte er mir zu und bestätigte, beinahe unmerklich ein paar Zentimeter gewachsen, dass es in diesen Fällen wohl ohne Tierärzte nicht ginge. Er selbst arbeite mit rein wissenschaftlichen Methoden und sein Ding seien die alternativen Heilmethoden nicht, er habe aber auch nichts dagegen, solange den Patienten nicht geschadet würde.

Zeit für mich, eine kleine Andeutung fallen zu lassen, über die Nebenwirkungen von Medikamenten, die reine Symptombehandlung, die von der Schulmedizin gepflegt wird und die vielen austherapierten Fälle, die bei uns landen, weil sich die Tierbesitzer der Empfehlung, eine finale Spritze geben zu lassen, widersetzt haben.

Ganz eindeutig mache ich ihm klar, dass mir nichts daran liegt, dass er unseren Patienten seine Behandlung aufzwingt und die weitere Behandlung übernimmt, wenn wir dies nicht ausdrücklich wünschen. Er soll lediglich ergänzende Maßnahmen für uns und unsere Patienten ausführen.

Am Ende dieses Gesprächs verabreden wir einen Termin gemeinsam mit Herrn Mayer und Bella, für die eigentliche Fallaufnahme.


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