Posts Tagged 'Kraehe'

Eine unendliche Geschichte?

Es passiert gar ueberhaupt nichts. Dienstag konnte musste ich wieder ein paar aktuelle Fotos schiessen.

Abgepulte Gansgerippe,

Gaensefett, Innereien, Haelse und Fluegel,

oft noch in Plastiktueten

Habe noch einmal bei der Polizei nachgefragt. Sie war schon vor Ort, hat noch nicht mit dem Jagdpaechter gesprochen, will sich aber an die oertliche Presse wenden, die dann der Oeffentlichkeit Bericht erstattet und um sachdienliche Hinweise bittet.

Offenbar ist auch niemand fuer die weitere Entsorgung zustaendig, kein Ordnungsamt, keine Veterinaerbehoerde, kein Jagdpaechter, kein Waldbesitzer – ich uebrigens auch nicht.

Niemand ausser: Bussarde, Wildschweine, Kraehen, Fuechse und Ratten.

Helfen oder Weiterfahren?

Wir sind auf dem Rueckweg von einem Patientenbesuch (manche Katzen lieben es gar nicht, in eine Transportkiste gesperrt und danach mit dem Auto chauffiert zu werden) und fahren die gut ausgebaute Bundesstrasse Richtung Heimat, als uns beiden gleichzeitig am Rand der Gegenfahrbahn eine dort herumhuepfende Kraehe auffaellt, deren einer Fluegel merkwuerdig herunter haengt.
Also, Auto gewendet, in der Naehe abgestellt und im Eilschritt zur Kraehe, die inzwischen die Boeschung herunter war. Nach ein paar Huepfern drueckte sie sich an den Boden, bereit, mit ihrem Schnabel nach mir zu hacken und ich konnte sie, immer auf meine Finger achtend, fassen und zum Auto bringen. Wir umwickelten sie mit einem Handtuch und zu Hause sahen wir dann das ganze brutale Ausmass ihrer Verletzung. Oberarmknochen gesplittert, eine riesige klaffende Wunde – ein Fall fuer die mit uns befreundete Tieraerztin, die uns nach unserer telefonischen Schilderung an die Wildtierauffangstation in Sachsenhagen verwies.
Der dortige Tierarzt hat nach Dienstschluss noch auf uns gewartet, machte dann aber ganz schnell seinen Standpunkt klar: Sie nehmen dort keine Tiere auf, bei denen sie nicht davon ausgehen, dass sie wieder ein uneingeschraenktes Leben in Freiheit fuehren koennen.
Ich erklaerte ihm noch, dass wir gerne bereit waeren, auch eine flugunfaehige Kraehe nach entsprechender tieraerztlicher Versorgung bei uns aufzunehmen, aber er ueberzeugte uns machte uns klar, dass eine erwachsene, in Freiheit aufgewachsene Kraehe sich zeitlebens nicht an die Naehe von Menschen gewoehnen koennte und er sie deshalb jetzt gleich und hier einschlaefern wuerde.
Wir haben das eingesehen akzeptiert und die Toetung noch abgewartet, dann sind wir ohne Kraehe, aber mit vielen, bis heute unbeantworteten Fragen nach Hause gefahren.

1. Haetten wir besser die Kraehe ihrem Schicksal draussen ueberlassen sollen?
Immerhin hat sie durch unsere Unternehmung nur Stress gehabt und ist jetzt tot.
Der natuerliche Gang der Dinge waere gewesen, dass ein Fuchs sie gefressen haette, oder sie waere verhungert, oder an einer Infektion eingegangen.

2. Wo ist der Unterschied zwischen einem Storch und einer Rabenkraehe?
Dem Storch wird der Fluegel amputiert, er wird untergebracht und darf sich sogar unter menschlicher Obhut fortpflanzen, die Kraehe wird getoetet.
Okay, der eine wird vom Washingtoner Artenschutzabkommen geschuetzt, die andere untersteht nur dem Jagdrecht.(Ohne Gewaehr)

3. Was machen wir, wenn wir noch einmal ein verletztes Tier finden?
Bei der Beantwortung dieser Frage koennt ihr uns vielleicht helfen. Auf jeden Fall muss dabei auch die rechtliche Situation beruecksichtigt werden.

Oder sollen wir beim naechsten Mal einfach weiterfahren?!


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