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Kotuntersuchung vor Wurmkur – Ist das Abzocke?

Wir bieten als Tierheilpraktiker parasitologische Kotuntersuchungen durch ein unabhaengiges Labor an, die wir nach Erhalt des Ergebnisses auswerten und, mit einer Empfehlung fuer den Tierbesitzer versehen, an diesen weiterleiten. Sinn und Zweck dieses Angebots ist es, eine Entwurmung nur dann vorzunehmen, wenn ein Wurmbefall vorhanden ist.

Man kann nicht vorbeugend entwurmen!

Natuerlich weisen wir auch darauf hin, wie die Kotprobe genommen werden muss und dass es in Einzelfaellen vorkommen kann, dass eine Verwurmung nicht erkannt wird.

Nun fanden wir folgende e-mail in unserem Postfach, die ich euch nicht vorenthalten moechte.

Hallo,
die Wurmeier verschwinden nie aus dem Körper, deshalb rgelmäßig entwurmen! Ihr müßt doch jetzt nicht noch den Leuten mit Kotuntersuchungen das Geld aus der Tasche ziehen. Ekelhaft so welche Leute. Hauptsache Geld. Denkt ihr auch mal an das Tier.
Schlimm soetwas.!!!!!

Kein Gruss, kein Name!

Mandy war ganz aufgeregt und wollte sofort eine Antwort schreiben. Wir haben dann aber doch lieber erst einmal nach seiner Homepage gesucht und dort gesehen, mit wes Geistes Kind wir es zu tun haben.

Es handelt sich um eine Tierauffangstation, an der mehrere Leute beteiligt sind, deren Qualifikation allerdings nicht naeher beschrieben wird. Die Internetpraesenz zeigt zahlreiche verschwommene Fotos von immer wieder der gleichen Wiese, auf der sich Hunde „austoben“ koennen. Des weiteren noch zwei qualitativ ebenso schlechte Fotos von zwei Raeumen mit abgerissenen Tapeten, in denen Buero und „Behandlungszimmer“ entstehen sollen.

Nicht unerwaehnt lassen moechte ich, dass es auf Grund der mangelhaften Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik fast unmoeglich ist, die Aussagen und Anliegen der Autoren zu erfassen.

Schade eigentlich, dass ich keinen Link zur Seite des Schreibers einfuegen kann, um es euch zu ermoeglichen, euch selbst ein Bild von seinem Betrieb zu machen, aber das wuerde nur zu einer Eskalation des Ganzen fuehren.

Wir haben auf die e-mail nicht geantwortet, weil wir der Meinung sind, dass der Schreiber gar nicht verstehen moechte, dass wir mit unserem Angebot nur zum Wohle der Tiere handeln. Eine Antwort auf diese niveaulose und beleidigende e-mail waere nur sinnvoll, wenn wir es mit jemanden zu tun haetten, der bereit waere, sich auf einen konstruktiven Wissensaustausch einzulassen.

Jetzt kann ich nicht umhin, noch kurz darzulegen, wieviel Geld wir den Patientenbesitzern auf „ekelhafte“ Weise „aus der Tasche ziehen“.

Kostenforderung des Labors fuer parasitologische Untersuchung: 11,50 EUR (keine Rabatte fuer uns)
Materialversand an den Kunden: 2,00 EUR (Warensendung + Kosten fuer den Umschlag)
Befundzustellung per Post: 0,65 EUR (Briefmarke + Umschlag)

macht: 14,15 EUR

Bei uns kostet diese Kotuntersuchung 18,00 EUR

Der vermeintliche Gewinn von 3,85 EUR wird sicherlich durch die Zeit, die wir in das Erstellen unserer Befundauswertung investieren, das Befoerdern der Briefe zur Post, Kontogebuehren, Druckertinte und Papier relativiert. Ach so, und Steuern bezahlen wir auch noch. 😉

Vergleicht das bitte mal damit, was ein TA verdient, der ohne irgendeine Untersuchung regelmaessig chemische Wurmkuren verkauft! (Regelmaessig bedeutet in den meisten Faellen alle drei Monate, uns haben allerdings schon Patientenbesitzer berichtet, dass ihr TA ihren Tieren alle vier Wochen eine Wurmkur verordnet hat.)

Wer zieht da wohl den gutglaeubigen Tierbesitzern das Geld aus der Tasche? Ist das etwa im Sinne der Tiergesundheit? Immerhin bedeutet jede chemische Wurmkur eine massive Giftanwendung im Tier, die darauf zielt, Darmparasiten zu toeten.

Eines hat der Schreiber auf jeden Fall erreicht: Das wir uns mal wieder masslos aufgeregt haben!


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