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Gold gegen Bares

Gestern fahre ich nachmittags auf einer Landstraße durch Ostwestfalen-Lippe. An der Einmündung eines Wirtschaftswegs hält mit aktivierter Warnblinkanlage ein betagter Kombi der Marke Ford, zugelassen für den Straßenverkehr mit einem Überführungskennzeichen, Landkreis Meißen. Davor steht ein gut gekleideter Mann, der heftig mit den Armen rudert, was wohl bedeuten soll, dass er Hilfe benötigt.

Ich halte also an, mal hören, worum es geht. Vielleicht genügt es schon, mein Handy für ein Telefongespräch zur Verfügung zu stellen oder den Automobilclub anzurufen. Ich würde ihn auch ein paar Kilometer an den Haken nehmen und in den nächsten Ort schleppen, ein stabiles Seil habe ich schließlich dabei.

Der Mann kommt sofort an mein Auto, ich lasse die Scheibe runter und er erzählt mir die Geschichte von seiner funktionsuntüchtigen Kreditkarte, dem fehlenden Bargeld und dem leeren Tank. Deutsch ist nicht seine Muttersprache, ich tippe auf den Balkan als Heimat. Die ganze Zeit über hält er mir zwei Goldringe durchs offene Fenster entgegen.

Inzwischen ist noch ein zweiter Mann aus dem Mondeo gestiegen und ebenfalls an mein Fenster gekommen. Die beiden ähneln sich wie Brüder. Bruder Zwei gibt exakt die gleiche Geschichte zum Besten, hat ebenfalls zwei Ringe in der Hand und legt noch seine schwere Halskette oben drauf. Ich bin noch gar nicht zu Wort gekommen, überlege, was ich für die Leute tun kann und lasse ihn reden.

Verzweifelt weist er darauf hin, dass auch noch seine Frau und seine Tochter im Auto sitzen und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Als er mir nun noch mit dem Zeigefinger ein €-Zeichen auf meinen Außenspiegel schmiert, unterbreche ich seinen Redeschwall:

„STOPP! Hey, ich habe verstanden, worum es geht. Sie geben mir Ihren Schmuck und ich gebe Ihnen Bargeld zum Tanken. Zeigen Sie mal her.“

„Ja, Gold, 18 Karat, sehen Sie Stempel.“

Während ich mir einen Ring genauer anschaue, geht der Mann doch tatsächlich auf die Knie und streckt mir seine betenden bittenden Hände entgegen. Auf seine gute Anzughose nimmt er dabei keinerlei Rücksicht.

„Zwanzig Liter, was kosten zwanzig Liter Benzin?“

Mann, lass mich doch mal einen Augenblick in Ruhe, einen hilfreichen Gedanken fassen, den Ring genauer ansehen. Ich kann außer einem fetten „18k“ in der Mitte des Rings nichts erkennen. Muss da nicht irgendwo noch der Feingehalt angegeben werden? 585 oder 333 oder sowas? Ich könnte meinen Ring abnehmen und gucken, was da eingeprägt ist, vergleichen. Ich sollte meine Brille aufsetzen, aber du kommst ja hier zu nichts.

„25, 30 Euro ungefähr“

„Ja, 25 Euro, genug, kriegst du morgen wieder“

„Wie denn?“

„Gold, 18 Karat, nimmst du mit, morgen Geld zurück.“

Okay, versuche ich mal was anderes: „Ich habe noch Benzin im Reservekanister, das kann ich Ihnen geben, dann können Sie zur nächsten Tankstelle fahren und Ihr Gold da gegen Sprit eintauschen.“

„Sprit? Nein, Kreditkarte kaputt, geht nicht. Hier, zwei Ringe, Kette, kannst du mitnehmen, 20 Euro, morgen zurück. Bi-hit-te!“

Nochmaliger Kniefall.

„Hören Sie, es tut mir leid, ich glaube nicht, dass ihr Schmuck echt ist, jedenfalls kann ich es nicht beurteilen. Ich kann Ihnen etwas Benzin geben, dann können Sie zur nächsten Tankstelle fahren und dort …“

„Ist echt, Stempel, siehst du!“

„Tut mir leid. NEIN!“

Mann, hatte ich jetzt, nach dem Weiterfahren, viel zu denken!

Jetzt standen die da, fern der Heimat, ohne Bargeld, Kreditkarte aus irgendwelchen Gründen nicht benutzbar. Ich hätte mit 20 Euro ein gutes Werk tun können, die hätten mir sogar ihren Schmuck mitgegeben.

Aber wer gibt dir schon zwei echte Goldringe und eine Kette als Sicherheit für 20 Euro Bares? Wenn ich es mir recht überlege, war gar keine konstruktive Problemlösung erwünscht. Mein Geld hätte ich wahrscheinlich nie wieder gesehen und der Kaugummiautomatenschmuck hätte mir wohl auch keine dauernde Freude bereitet.

Ich werde doch wohl keine Vorurteile gegen Ausländer haben?! Nein, als solche habe ich sie schon erkannt, bevor ich angehalten habe, bin nur zu dem Ergebnis gekommen, dass an der ganzen Sache etwas faul ist, zu dick aufgetragen, letztendlich zu unglaubwürdig für mich.

Trotzdem, ich war nah dran, die Familie – gestrandet in der Fremde, fern der Heimat – mit dem Bargeld zu unterstützen. Schließlich habe auch ich im Ausland oft genug Hilfe von mir völlig fremden Personen erhalten.

Später, auf dem Weg nach Hause, wusste ich endlich, was ich hätte tun sollen: Unsere Freunde und Helfer über „110“ anrufen, kurz schildern, dass eine ausländische Familie in Schwierigkeiten steckt und ich mich nicht in der Lage fühle, ihr die passende Unterstützung zu geben.

Die Uniformierten hätten im Notfall sicherlich eine hilfreiche Lösung gefunden. Falls es sich allerdings um Betrüger handelte, wäre die Polizei an Ort und Stelle in der Lage gewesen, ihr Treiben zu stoppen. Noch wahrscheinlicher erscheint es mir aber, dass die Mondeo-Familie bereits während meines Telefongesprächs Fersengeld gegeben hätte.

Hätte, könnte, wäre, wenn … Alles müßig, weil nicht getan!

Eines aber habe ich getan: Gestern Abend noch habe ich 30 Euro für die Flutopfer in Pakistan gespendet.

Meine Bedenken, dass das Geld in irgendwelchen Kanälen verschwindet und nicht bei den Opfern der Flutkatastrophe ankommt, habe ich beiseite geschoben, als Ausrede, die man immer benutzen kann, wenn es um Spenden geht. Gestern aber habe ich bemerkt, dass ich beinahe 30 Euro für Tand ausgegeben hätte, dann doch lieber für die Flutopfer.

Nach dem Kommentar von Skugga habe ich oben noch „Autobahngold“ als Tag hinzu gefügt.

Verantwortungsbewusste Landwirtschaftsministerin oder Große Lusche?

Beides scheint möglich.

Report Mainz, ARD, sendete gestern, am 09.08.2010 einen Bericht über die Verflechtungen der Niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen mit Putenmastbetrieben, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Hier ist Grotelüschen angreifbar und wird sicherlich viele Fragen beantworten müssen.

Aber…

…Report gilt nicht gerade als Erfinder des seriösen Journalismus. Bild- und Filmmaterial wurde der Redaktion von der PETA zugespielt, einer sogenannten Tierschutzorganisation, die es mit der Wahrheit um ihre Tätigkeit nicht eben sonderlich genau nimmt.

Laut Hamburger Abendblatt vom heutigen 10. August erklärte die Geschäftsführerin der Putenerzeugergemeinschaft, Elke Friedrich, dass die Filmaufnahmen nicht in den bezeichneten Betrieben gemacht wurden und schon seit Jahren im Umlauf seien.

Nun stehen wir da, um Aufklärung bemühte Bürger, die nicht wissen, wem sie Glauben schenken sollen.

Auf der einen Seite haben wir die Massentierhaltung, die niemals artgerecht sein kann, aber gewissen Anforderungen gerecht werden muss, die der Gesetzgeber festgelegt hat. Politiker handeln diese Gesetze aus, Lobbyisten versuchen Einfluss auf die Politik zu nehmen – es geht um Geld, viel Geld. Hinzu kommt, dass die Berufsgruppe der Politiker vom Ansehen, dass sie bei der Bevölkerung genießt, eher am unteren Rand der Skala angesiedelt ist. Massentierhaltung und eine Agrarpolitikerin, die durch familiäre Bindung damit verbandelt ist = schlechte Position!

Auf der anderen Seite steht ein Enthüllungsmagazin, das schon viele Skandale aufgedeckt hat, eine Tierschutzorganisation, die sich mit spektakulären Aktionen und prominenten Befürwortern glänzend in Szene zu setzen weiß und ein Publikum, das dankbar jeden Skandal aufsaugt = gute Position!

Wenn sich herausstellen sollte, dass nichts so ist, wie es schien, als gestern die Sendung ausgestrahlt wurde, stehen für mich die Verlierer schon jetzt fest:

Es sind die zig-Millionen Schlachttiere in der Massentierhaltung, denen ein Bärendienst erwiesen wurde.

Chip- und Leinenpflicht für Katzen?

In einem Kommentar zu meinem Artikel „Grotelüschen will Hundegesetz ohne 20/40 Regelung“ schrieb Flo:

[..] Die Chippflicht finde ich gut, allerdings verstehe ich nur nicht, warum diese Sachen immer so streng bei Hunden durchgesetzt werden, bei Katzen nicht.

Der SPIEGEL hat sich in der heutigen (09.08.2010) Ausgabe 32/2010 unter dem Titel „Kranke Streuner“ dem Problem verwilderter Hauskatzen gewidmet.

In Berlin wird die Zahl frei lebender Katzen auf 100 000 Exemplare geschätzt – mit steigender Tendenz. Sie vermehren sich unkontrolliert und in beinahe jeder Gemeinde Deutschlands gibt es ehrenamtliche Katzenfreunde, die die Streuner einfangen, kastrieren lassen und anschließend wieder frei lassen. Streuner gewöhnen sich nicht mehr an das Leben mit Menschen, eingesperrt in einer Wohnung.

Seit zwei Jahren bereits gibt es das „Paderborner Modell“, das allen Katzenbesitzern ein Bußgeld androht, die unkastrierte und nicht gekennzeichnete Tiere frei laufen lassen. Andere Städte erwägen, dieses Modell zu übernehmen, in Baden Württemberg soll es sogar landesweit eingeführt werden.

Ich frage mich allerdings, wie eine solche Verordnung durchgesetzt werden soll.

Hans-Joachim Hackbarth von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover kommt auch zu Wort. Wenn es nach ihm ginge, dürfte es in Deutschland keine Freigänger geben. Außenkatzen wildern und sind mit allen möglichen Krankheiten durchseucht, von Tierfreunden betreute Futterplätze halten die Populationen der Streuner künstlich am Leben.

Hackbarth stimmt der Kastrationspflicht zu, ebenso befürwortet er die Vermittlung aufgefundener Katzenbabys in menschliche Obhut, solange sie sich noch auf den Menschen prägen lassen.

Für alle erwachsenen, nicht vermittelbaren Katzen hat der Leiter des Tierschutzzentrums ebenfalls eine Lösung parat:

Einschläfern!

Fühl den Wolf

Gefunden bei einem Online-Auktionshaus:

– Elektrischer Fleischwolf mit großem Trichter für sicheres und einfaches befühlen.-

Weil Django sich beim Fressen lieber an großen Stücken labt, fällt es mir schwer, ihm weitere gesunde Zutaten unter zu mischen. Für Gemüse im Napf hat er nur verächtliche Blicke und rümpft hochnäsig die gerunzelte Nase.

Wenn ich aber hin und wieder fleischige und vegetarische Bestandteile gemeinsam durch einen Fleischwolf schicke, kann ich ihn vielleicht überlisten. 😉

Den oben beschriebenen Wolf darf ich ruhig auch mal gefahrlos streicheln.

Den nehme ich! 🙂

Urlaubsnachlese 3.Teil

Bibione 2009

Der Alltag hat uns wieder

Urlaubsnachlese 1.Teil
Urlaubsnachlese 2.Teil

Bei der Wahl „unseres“ Strandes stehen gewisse Kriterien im Vordergrund, die wir erfüllt wissen wollen.

Der eigentliche Hundestrand in Bibione entspricht diesen Ansprüchen nicht. Schon von außen sieht man, wie es dort tickt.



Unsere „Freunde“, die beständig dafür sorgen, dass uns die Patienten nicht ausgehen, betreiben hier Werbung im ganz großen Stil und weisen überall darauf hin, wie überlebenswichtig sie für die Hunde sind.

Und die Urlauber spielen mit.


Handzettel erklären, dass Hunde ohne Nachweis eines Parasitenschutzes den Strand gar nicht erst betreten dürfen. Sicherlich bekommt man dort aber Bezugsquellen für das entsprechende Mittel genannt. oder kann es direkt einkaufen und applizieren
Es dürfen immer nur fünf Hunde gleichzeitig ins Wasser, wahrscheinlich, weil sonst die Krebse und Fische in der Adria verrecken.
(siehe Beipackzettel, Seite 2, letzter Absatz)

Auch sonst ist dort alles reglementiert, man traut offenbar den Hunden und ihren Haltern nicht zu, dass sie soziales Benehmen zeigen.

Nichts für uns, wir tummeln uns am freien Strand,


dort findet man die wirklichen Hundenarrennärrinnen

und die verschiedensten Typen





Nachtrag:
Ich möchte nicht verschweigen, dass ich in der Innenstadt von Bibione auch noch auf Material für die folgenden Fotos gestoßen bin, in einem Souvenirladen.
Dazu fehlen mir die Worte.
😦


Eine Alternative?

Die Halter eines auf Grund allergischer Reaktionen von Juckreiz geplagten Hundes wurden von ihrem Tierarzt vor die Wahl gestellt:

Entweder Kortisonbehandlung oder den Hund weiter leiden lassen.

Was meint ihr, bei wem sie heute für ein ausführliches Beratungsgespräch waren?

Grotelüschen will Hundegesetz ohne 20/40 Regelung

Agrarministerin Astrid Grotelüschen will das neue Hundegesetz in Niedersachsen bis zum November vom Parlament verabschiedet wissen.

Ich sehe positiv:

Es wird in Niedersachsen keine Rasselisten geben
Die 20 kg Körpergewicht- / 40 cm Schulterhöheregelung für Leinen- oder Maulkorbpflicht ist vom Tisch
Es gilt Versicherungspflicht für alle Hunde
Es gilt Chippflicht für alle Hunde
Hundebesitzer, die zum ersten Mal einen Hund halten, müssen mit und an diesem Hund ihre Sachkunde nachweisen
Es gibt keine Auflagen für Hundehalter, die Erfahrung im Umgang mit Hunden nachweisen können

Diskussionswürdig erscheint mir, wie der Sachkundenachweis erbracht werden soll, wer den Unterricht gibt und die Prüfung abnimmt.

Einiges zum Thema aus der Zeit, als Ehlen noch Landwirtschaftsminister war.

Urlaubsnachlese 2.Teil

Der Tripper aus dem 1.Teil hat mich schwer irritiert. Auf Nachfrage entpuppte er sich als weißer Pansen.
Django mag ihn aber lieber ungewaschen und wird für die Urlaubszeit immer auf natürliches, kaltgepresstes Futter umgestellt.

Weiter geht mein Einkaufsbummel im Supermarkt. Für mich eine wirkliche Herausforderung.

Upps! Muschio bianco!
Was ist das denn? In der praktischen Sprühflasche hielt ich es zunächst für eine Enthaarungscreme.

Mal wieder hat mir meine Phantasie, gepaart mit mangelndem Sprachverständnis, einen Streich gespielt.

Nochmal Muschio Bianco, endlich habe ich des Rätsels Lösung: Katzenwäsche!

Wenn ich ehrlich bin, finde ich mich nicht mehr zurecht.

Bikini? Pilz? Gehört das Mittel nicht eher in die Apotheke?

Bei den folgenden Produkten wird explizit auf den leckeren, delikaten Geschmack verwiesen, den sie vermitteln.

Wohl was für Kenner. 😉

So schlendere ich also weiter, beschließe, das all die leckeren Produkte für mich nicht in Frage kommen, hänge meinen inspirierten Gedanken nach. Urlaub im Süden, Zeit für die Liebe! Schon bin ich auf dem Weg zum Ausgang, da finde ich, was ich unbedingt kaufen muss:

Ein natürliches Tonikum für Vater. 😉

Und auch dem folgenden Angebot kann ich nicht widerstehen, schließlich soll es gerne auch mal etwas heftiger zur Sache gehen. 😉

Tje, was soll ich sagen, war wohl auch ein Fehlkauf. Nächstes Mal macht Mandy die Besorgungen.

Ich liege lieber am Strand… und meine Kamera nehme ich mit.

Urlaubsnachlese

Wie versprochen folgen ein paar Eindrücke, die ich während unserer Urlaubsreise einfangen konnte:

Die anderen Ullis reisten offenbar per Bus nach Italien

Auf der Fahrt durch Österreich wurde uns klar, warum Modekreationen aus diesem Alpenland nicht die Welt erobern konnten

In Italien schließlich trafen wir auf kopflose Hühnerhähne,

faule Hunde

und hatten im Hafen von Bibione endlich mal Gelegenheit, uns das Boot unserer Putzfrau aus der Nähe zu betrachten.

Sie verbringt jetzt, nach unserer Heimkehr, ihren zweimonatigen Urlaub in Bibione. Ich habe mich nicht getraut, sie nach dem Yachtschlüssel zu fragen, weil sie sich schon immer so anstellt, wenn ich mal ihren Porsche fahren möchte. 😦 Obwohl das nur ihr Zweitwagen ist.

So haben wir eben einen Bootsausflug durch die Lagunen gebucht. Auch gut, brauchte ich wenigstens nicht selbst zu fahren.

Vom Wasser aus musste ich noch im Hafen Unerhörtes sehen

Bei uns sieht man so etwas nur auf Landstraßenparkplätzen, in Bibione wird dieser Service direkt an der Kaimauer des Hafens angeboten. Auch eine Möglichkeit, die Urlaubskasse aufzufüllen. 😉
Aber Vorsicht! Dabei kann man sich leicht was holen.

Kann man aber auch im Supermarkt kriegen

Tja, eine fremde Sprache kann beim Einkaufen schon Verwirrung stiften.

Mehr davon könnt ihr im 2.Teil der Urlaubsnachlese nachlesen. 😉

Würmer?

Bevor ich euch in den nächsten Tagen noch ein paar Eindrücke und Merkwürdigkeiten aus Italien zeige, muss ich euch noch einen Fall schildern, der uns den letzten Arbeitstag vor unserem Urlaub mit einem mulmigen Gefühl beschließen ließ.

Ob wir uns mal ihr Kaninchen ansehen könnten, es sei zwar schon acht Jahre alt, aber in den letzten Tagen sehr schlapp und es könnte sein, dass es Würmer hätte, zumindest meint sie, sie hätte am Hinterteil welche gesehen.

So die Frau, die telefonisch anfragte.

Gut, soll sie mit dem Kaninchen noch in die Praxis kommen, am besten gleich.

Mutter und Sohn erscheinen mit dem Karnickel im Karton. Die Löffel hat es aufgestellt, es ist nicht abgemagert, die Krallen sind Zentimeter lang. Es bewegt sich überhaupt nicht und die Untersuchung des Analbereichs trifft uns mit voller Wucht. Unter dem Fell ist eine wellenartige Bewegung feststellbar. Bloßes Berühren der Haare lässt sie büschelweise ausfallen. Darunter sind Hundertschaften von Maden in allen Entwicklungsstadien damit beschäftigt zu fressen.

Sie fressen das lebende Kaninchen!

Ich erkläre, dass das Kaninchen nicht unter Würmern, sondern unter einem massiven Madenbefall leidet und frage, wann sie denn bemerkt hätten, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt.

Es stellt sich heraus, dass das Langohr dem Sohn gehört, er aber schon vor Jahren das Interesse daran verloren hat und es nicht mehr bespielt. Nein, es hatte auch nie einen Artgenossen als Partner, weil, wie man ja weiß, vermehren sich Karnickel wie die Karnickel. Meine Frage nach den Geschlecht können sie nicht beantworten, wir können es, wie der oben beschriebene Zustand vermuten lässt, auch nicht feststellen. Letztendlich ist es ja nun auch egal. Ich weise aber trotzdem noch darauf hin, dass man Kaninchen nicht alleine halten sollte, dass man zwei, drei Häsinnen gemeinsam halten kann, ohne dass sie auch nur einen einzigen Nachkommen erzeugen und dass es bei Böcken die Möglichkeit der Kastration gibt, die ebenfalls Nachkommenschaft ausschließen können sollte.

Für das weitere Vorgehen ist es zwingend notwendig, das Tier zu narkotisieren, dürfen wir aber nicht, darf nur ein Tierarzt, auf den wir nun zur weiteren Behandlung verweisen.

Nun wollen die Besitzer aber nicht, dass das Kaninchen weiter leidet und fragen uns, ob es nicht wohl besser sei, es zu erlösen.

Diese Frage könnten wir allerdings erst nach noch eingehenderer Untersuchung beantworten, die aber nur unter Betäubung möglich wäre. Eigentlich zielte die Frage aber eher darauf, ob wir das Tier nicht einschläfern könnten, was ich ebenfalls verneinen musste, da auch diese Maßnahme den Tierärzten vorbehalten ist.

Einigermaßen enttäuscht packten sie ihr Kaninchen wieder ein und versprachen, gleich einen mir unbekannten Tierarzt aufzusuchen.

In diesem Fall hoffe ich, dass die Leute umgehend zu ihm gefahren sind, um das Kaninchen einschläfern zu lassen. Zwar hielten wir eine Heilung unter entspechenden Maßnahmen für möglich, aber es war deutlich zu bemerken, dass den Patientenbesitzern jede weitere Mühe um das Kaninchen als Zumutung erschien. Was hilft es dann diesem Tier, wenn es gesund behandelt wird, anschließend aber dazu verdammt ist, weiterhin im Keller vor sich hin zu vegetieren?

Es gibt so Tage, …

Der Alltag hat uns wieder

Nachdem wir einen wunderschönen Urlaub verlebt haben, hat uns der Alltag wieder.

Nein, wir beklagen uns nicht, Urlaub tut gut, macht Spass und ist erholsam, aber auch unser Alltag ist abwechslungsreich, spannend und dient nebenbei noch dem Geld verdienen.

Da die Sommerferien dieses Jahr ganz plötzlich kamen, 😉 blieb uns zu wenig Zeit, ein uns bisher unbekanntes Urlaubsziel zu suchen, das unseren Wünschen entsprach. Gewisse Ansprüche haben wir an unseren Urlaubsort und die Unterkunft auch wegen Django und der Kinder. Also waren wir, wie schon im vorigen Jahr, wieder in Bibione.

Für mich als Fahrer ist ja immer auch der Weg schon ein Ziel. Und das muss nicht immer der kürzeste sein. Dieses Jahr sind wir über den Staller Sattel nach Italien gefahren. Den Rückweg haben wir mit einem Abstecher durch Slowenien verbunden und sind dann über die Radstädter Tauern wieder nach Österreich gefahren.

Hatte ich kurz vor dem Urlaub noch diesen Kilometerstand vermeldet, liest sich das nach der Heimkehr schon wieder ganz anders:

Für das nächste Jahr fangen wir jetzt schon an zu planen.

Ligurien könnte uns gefallen. Dankbar bin ich für eure Tips.

Wir suchen eine bezahlbare Ferienwohnung für sechs Personen mit Klimaanlage und Poolbenutzung, in der auch große Hunde willkommen sind. Ferner brauchen wir in der Nähe, sagen wir mal in bis zu 15 km Entfernung, einen freien Strand, wo wir mit Hund und Kindern ein unreglementiertes Strandleben geniessen können.

Urlaub

Die Pfoetchenidyll-Familie macht Urlaub.

Bleibt liebe Menschen und erwartet bitte keine neuen Artikel in der nächsten Zeit.

Sonnige Grüße,

Ulli & Mandy

Noch 700 000 bis zur Million

Wie sagte Columbo sinngemäß: „Behandle dein Auto gut – und es dankt es dir.“

300 000 Kilometer ist er jetzt gelaufen, davon 129 000 bei uns. Seit 113 000 Kilometern fährt er mit Autogas.


(Ein besseres Foto wird dann bei 999 999 km hier veröffentlicht.) 😉

Verlockend erscheint es mir schon, dass bei diesem BMW-Händler die angebotenen Autos mit einem besonderen Extra ausgerüstet sind. 😉 Ich halte das aber nur für eine vorübergehende Modeerscheinung.

Habe ich schon gesagt, dass wir mit unserem E39 sehr zufrieden sind?

Bellas Auge und die Tierärzte V.

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Sind wir blauäugig! 😦

Hatten wir bisher noch vermutet, dass die Ärztin ein Spot-On-Präparat gegen Aussenparasiten in Bellas Nacken geträufelt hatte, brachte uns Herr Mayers Anruf am Abend die totale Ernüchterung.

Advocate heißt das Mittel. Das ist von Bayer.“

Jawoll!

Dieses Mittel wird als die pharmazeutische Wunderwaffe schlechthin gegen Flöhe, Ohrmilben, Sarcoptes-Räude, Demodikose und Haarlinge angepriesen. (Warum eigentlich nicht gegen Zecken?)

Aber nicht nur gegen diese. Auch bestimmte Arten von Herz- und Lungenwürmern, sowie Nematoden, Spulwürmer, Hakenwürmer und Peitschenwürmer im Magen-Darmtrakt sollen vergiftet werden. (Und was ist mit Bandwürmern?)

Nun gut, all diese Parasiten sind prächtig geeignet, Ängste zu schüren. Abhilfe bringt der Inhalt einer Plastikpipette, der in den Nacken des Tieres geträufelt wird. Das wiederum bereitet mir Angst. Der behandelnde Tierarzt braucht keine Diagnose zu stellen. Er verkauft den Giftcocktail als Rundumschlag gegen alle parasitären Eventualitäten. Der Tierbesitzer gibt seine Verantwortung an eine Plastikampulle mit Chemie ab und kann sich beruhigt zurück lehnen?

Den Beipackzettel liest er gar nicht erst, das macht er bei seinen, vom Hausarzt verschriebenen Medikamenten ja auch nicht. Dabei sollten beim Studium dieser Lektüre Fragen auftauchen, wenn man unter den Absatzüberschriften:

Indikationen
Anwendungseinschränkungen
Unerwünschte Wirkungen

nachliest.

Bequemlichkeit und Gier nach Geld haben in Heilberufen nichts zu suchen. Was kommt nach der freizügigen Gabe von Breitbandantibiotika und Breitbandziden? Chemotherapie für alle?!

In Bellas Fall gab es gar keinen Grund, dieses Mittel anzuwenden. Bei ihrer Vorgeschichte sollte der Hinweis, das Präparat nicht bei kranken, geschwächten Hunden einzusetzen, dem Tierarzt zu denken geben und ihn davon abhalten, es zu applizieren. Wenige Stunden nach einer Operation, wenige Zentimeter von der Operationsstelle, sowieso!

Warum man die Entgiftungsorgane des Hundes, die soeben Höchstleistungen zu vollbringen haben, um die Narkosemittel abzuarbeiten, zusätzlich und ohne zwingende Indikation mit den Giften aus Advocate belastet, erschließt sich mir überhaupt nicht.

Macht sich ein behandelnder Arzt keinerlei Gedanken darüber, wie sich ein Mittel wie Advocate, das all die oben beschriebenen Wirkungen haben soll, auf die Darmflora und damit auf das Immunsystem auswirkt?

Warum soll das Mittel alle vierzehn Tage eingesetzt werden, wenn der Hersteller eine vierwöchige Gabe vorschlägt? Kann es sein, dass sich bereits Resistenzen gebildet haben? Ich hörte von einer Tierärztin in Süddeutschland, dass Bayers Pharmareferenten beim Besuch der Praxen mündlich empfehlen, die Abstände zwischen den Anwendungen zu halbieren.

Es sollte schlichtweg verboten sein, Medikamente ohne vorhergehende Diagnose zu verordnen. Auch vorbeugende Maßnahmen sollten stichhaltig begründet werden müssen.

Kurz: Ethik sollte -besonders in Heilberufen- Mammon übergeordnet sein.

Schade, diese Praxis hat fachlich, die Operation des Entropiums betreffend, hervorragende Arbeit abgeliefert. Der weitere Umgang mit dem Patienten, dem Patientenbesitzer und somit dem von mir erteilten Auftrag entsprach allerdings überhaupt nicht den Erwartungen.

Dabei könnte eine Zusammenarbeit so einfach und für alle Beteiligten hilfreich sein!

Bellas Auge und die Tierärzte IV.

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Für die Fallaufnahme trafen wir uns zwei Tage danach alle in der Tierarztpraxis. Herr Mayer war sehr nervös und so musste ich einige Fragen beantworten, die eigentlich an ihn gerichtet waren. Die tierärztliche Untersuchung der Augen bestätigte unsere Diagnose und am Ende erklärte sich Bellas Herrchen bereit, sie operieren zu lassen. Ein OP-Termin für die kommende Woche war schnell festgelegt.

Draussen bestärkte ich Herrn Mayer noch einmal in seinem Entschluß und bat ihn, Bella nach der Operation wieder bei uns vorzustellen, um ihr zu helfen, die Narkosemittel wieder auszuscheiden.

Ich vergaß noch zu erwähnen, dass der Tierarzt während der Untersuchung verlautbarte, dass er normalerweise eine kortisonhaltige Salbe anwenden würde, dies aber sicher im Widerspruch zu unserer bisherigen Behandlung stünde und deshalb wohl nicht in Frage käme.

Richtig!

Er erklärte sich auch bereit, Bella nach der Operation Zeit zum Aufwachen zu geben, also kein zusätzliches Aufweckmittel einzusetzen.

Sehr schön!

Am Abend des Operationstages erscheint Herr Mayer mit Bella in unserer Praxis. Die Operation ist gut verlaufen und die Hündin ist wieder wach und klar. Zum Fäden ziehen sollen sie wieder in der Tierarztpraxis erscheinen.

Herr Mayer war etwas erstaunt, dass nicht der untersuchende Tierarzt die Operation vorgenommen hat, sondern seine Kollegin, die bisher noch gar nicht in Erscheinung getreten war. Beiläufig erzählte er uns noch, dass sie Bella vor dem Verlassen der Praxis etwas in den Nacken geträufelt hätte, verbunden mit der Anweisung an ihn, diese Aktion mit den restlichen Ampullen der angefangenen Packung alle vierzehn Tage zu wiederholen.

Mandy und ich guckten erst uns, dann Herrn Mayer an:

„Was war das? Wie hiess das? Hat sie was gesagt, wofür das gut sein sollte? Sind Sie sicher, Sie sollen das alle vierzehn Tage geben?“

Herr Mayer war jetzt ganz erschrocken, er konnte uns den Namen des Mittels nicht sagen, wusste nicht wofür oder wogegen es aufgetragen wurde, war sich aber sicher, dass er es alle zwei Wochen in den Nacken von Bella tröpfeln sollte.

Wir erklärten ihm, dass es sich wahrscheinlich um ein Spot-On-Präparat gegen Außenparasiten handelte. Wir erklärten ihm weiter, dass wir, wenn es sich denn darum handeln sollte, den Einsatz eines solchen Giftcocktails besonders bei einem frisch operierten Hund, angebracht Luftlinie maximal fünfzehn Zentimeter vom Operationsort, für vollkommen verantwortungslos halten.

Herrn Mayer baten wir noch, uns gleich von daheim anzurufen, um uns den Namen des Mittels mitzuteilen. Es konnte sich doch nur um ein Spot-On-Mittel gegen Flöhe und Zecken handeln, oder?!

Ach ja, und auf jeden Fall sollte er nicht gestatten, dass seiner Bella beim Fadenziehtermin auch noch eine chemische Wurmkur verabreicht würde.

Sind wir blauäugig! 😦


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