Wer ist in der Urne? III.

Vorhin hat sich Frau Gramschatz wieder gemeldet. Sie fragte, ob wir schöne Ostertage verlebt hätten, wir bedankten uns für den 20€-Schein.
Ein bißchen Smalltalk, bevor wir ihre eigentliche Frage zu beantworten versuchen:

„Ist es möglich, durch einen DNA-Vergleich die Asche aus der Urne mit den Haaren aus der Hundebürste und vom Liegeplatz abzugleichen? Kann ein Labor bestätigen oder ausschließen, dass beide Proben vom gleichen Hund stammen?“

Wir beantworten zunächst die Frage, die Frau Gramschatz gar nicht gestellt hatte. Die vom Labor veranschlagten Kosten von 600-800€ scheinen sie aber nicht allzusehr zu beeindrucken.

Wohl aber, dass die Wahrscheinlichkeit, aus der Asche DNA isolieren zu können nur bei 1-2 Pozent liegt, abhängig davon, ob nur Aschenstaub oder ob noch feste Knochenbestandteile vorhanden sind. Aber auch die Haare sind nicht unproblematisch. Zur Bestimmung werden die Haarwurzeln benötigt.

So haben es uns die zwei Labore mitgeteilt, die wir befragt haben und so geben wir es an Frau Gramschatz weiter.

Sie muß sich jetzt erst einmal mit ihrer Tochter beraten, will uns über ihre Entscheidung aber jedenfalls informieren.

Mandy und ich versuchen immer, nicht zu sehr in die Privatsphäre unserer Patientenbesitzer einzudringen, wenn der Fall es nicht zwingend erfordert. Hier werden wir von diesem Prinzip abweichen. Nächstes Mal fragen wir nach den Gründen, die Frau Gramschatz und ihre Tochter so begierig der einen Frage nachgehen lassen:

„Wer ist in der Urne?“

1. Teil
2. Teil

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6 Responses to “Wer ist in der Urne? III.”


  1. 1 Herr Teddy 7. April 2010 um 09:46

    Wird das ein Fortsetzungsroman oder ein Drama in 5 Akten? 🙂

  2. 2 charlotte sometimes 7. April 2010 um 13:20

    vielleicht sind es ja gerade die Knochenstücke die die Frau denken lassen es hat jemand da was rein gemacht was nicht hingehört. Viele denken halt dass dann da feine graue Asche drin ist, so wie in einem Kamin.

  3. 3 ulli 7. April 2010 um 17:12

    @Herrn Teddy und charlotte sometimes

    Hhm, ja, könnte sein.

  4. 4 Hell 15. Oktober 2010 um 18:02

    ist ja nun ein bißchen her, aber hey necro threading passt ja zum thema 🙂 (auch wenn die eigentliche Gescichte ja abgeschlossen ist.)

    „Aber auch die Haare sind nicht unproblematisch. Zur Bestimmung werden die Haarwurzeln benötigt.“

    Ein DNA Analyse Labor dass das behauptet, sollte kein zweites mal angeschrieben werden. CSI darf das behaupten, ein professionelles Labor nicht. Die Haarwurzeln sind absolut nicht notwendig. Mehrere prominente Genom Projekte nehmen wurzelloses Haar als Quelle (Als Beispiel sei hier nur das Mammut Genom Projekt genannt.) Die Zellen die später das Haar bilden sterben einen unvollständigen Zelltod. Der Zellkern „kristallisiert“ dabei aus und die Zelle wird sozusagen trockengelegt. Das schöne beim Haar ist, dass es gut umhüllt ist und keine Kontamination mit Bakterien aufweist, innerhalb des Haares. (Wie alle offenliegenden Zellen, z.B. bei den Haarwurzeln.) Wenn man Haar zur Extraktion nimmt, ist die einzige Protokolländerung, dass das Haar in kleine Stücke geschnitten wird, dann je nach Dicke der Haare, in Bleichmittel eingelegt wbis die Hülle ausreichend angeätzt ist. Danach geht die Extraktion ganz normal weiter.

    r


  1. 1 Wer ist in der Urne? IV. « Pfoetchen-Blog Trackback zu 12. April 2010 um 22:46
  2. 2 Wer ist in der Urne? V. « Pfoetchen-Blog Trackback zu 13. April 2010 um 22:37

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