Neues Hundegesetz in Niedersachsen

Nach unserem Aufenthalt in England haben wir unseren zukuenftigen Wohnort in Deutschland auch auf Grund des liberalen Hundegesetzes in Niedersachsen bezogen.

Der juengste Tasso-Newsletter laesst allerdings nichts Gutes ahnen:

Niedersachsen erwaegt neues Hundegesetz
 
Wie die Hannoverische Zeitung am 11. Mai 2009 mitteilte, will der Landtag in Niedersachsen im August ueber ein neues Hundegesetz abstimmen. Dem Gesetzesvorhaben war ein bedauerlicher Beissvorfall vorausgegangen, bei dem 2 Maedchen durch einen Rottweiler verletzt wurden. Die neue Regelung, die Maulkorb- und Leinenzwang ebenso vorsieht wie Wesenstests, betraefe – und das ist neu – alle Hunde, ganz gleich welcher Rasse, ab einer Schulterhoehe von 40 cm oder einem Gewicht von 20 Kilogramm.“Die Verlagerung von der Rasse hin zur Groesse eines Hundes als Bemessungsgrundlage fuer dessen Gefaehrlichkeit wird der Realitaet auch nicht gerecht werden“, schaetzt Philip McCreight von TASSO das Vorhaben der niedersaechsischen Landesregierung ein. Inzwischen duerfte allseits bekannt sein, dass das Problem meist am anderen Ende der Leine zu suchen ist, so der Leiter der TASSO-Zentrale weiter. Ein Sachkundenachweis fuer Hundehalter waere die logische Konsequenz. Alle Vorhaben, die die besondere Kommunikation zwischen Mensch und Hund nicht beruecksichtigen, duerften zum Scheitern verurteilt sein, machen das Tier unter Umstaenden noch aggressiver und sind aus tierschuetzerischer Sicht abzulehnen.
Unter http://www.hundelobby-seevetal.de koennen Sie einen Protestbrief an die Niedersaechsische Landesregierung schreiben.
 
TASSO e.V.
Frankfurter Str. 20 ? 65795 Hattersheim ? Germany
 Telefon: +49 (0) 6190.937300 ? Telefax: +49 (0) 6190.937400
 eMail: newsletter@tasso.net ? HomePage: http://www.tasso.net

Das hat mich dazu veranlasst, den folgenden Offenen Brief an Djangos neuen Bekannten, Herrn Minister Ehlen, zu schreiben.
(Unter dem Text folgen noch ein paar Links, die euch helfen, relevante Seiten zu diesem Thema im Netz zu finden.)

Betr.: Offener Brief an Minister Ehlen zur geplanten Aenderung des Hundegesetzes in Niedersachsen

Sehr geehrter Herr Minister Ehlen,

wie ich erst jetzt durch den Tasso-Newsletter erfahren habe, erwaegt Niedersachsen ein neues Hundegesetz.

Sie, Herr Minister, haben gleich nach Ihrem Amtsantritt im Jahre 2003, die unselige und nicht plausibel zu erklaerende Rasseliste in Niedersachsen abgeschafft. Nun werden Sie von der SPD unter Druck gesetzt, Ihre damalige Entscheidung zu widerrufen.

Diesmal soll das, was nicht ueber eine Rasseliste erreichbar war, durch eine generelle Groessen- und Gewichtsfestsetzung erfolgen: Maulkorb- und Leinenzwang fuer alle Hunde ueber 40cm Schulterhoehe oder 20kg Gewicht!

Ich lebe seit meiner fruehsten Kindheit mit Hunden zusammen und meine Hunde sind waehrend all der Jahre niemals und nirgendwo negativ aufgefallen. Von unserem derzeitigen Begleithund, dem Russischen Schwaerzen Terrier „Django“ konnten Sie sich waehrend eines Fototermins anlaesslich der Fuerstenauer Tiertage ein Bild machen. Haetten Sie sich auf dem Foto gerne mit einem Hund wiedergefunden, dem ein Zwangsmaulkorb verpasst wurde?

Auch ich kann und moechte mir nicht vorstellen, mit einem Hund zusammenzuleben, der keiner Fliege etwas antut aber trotzdem ausserhalb unseres Grundstuecks nirgendwo ohne Leine und nur mit Maulkorb herum“gehen“ darf. Was ist das fuer ein Hundeleben?

Eines sollten Sie noch wissen: das liberale Hundegesetz war nach unserem Aufenthalt in Grossbritannien der Hauptgrund, unser zukuenftiges Leben nach Niedersachsen zu verlegen.
Ich hoffe, dass Sie, in dessen Leben Tiere immer eine bedeutende Rolle gespielt haben, zu Ihrer damaligen Entscheidung stehen koennen und weiterhin das individuelle Mensch-Hund-Gespann beurteilen lassen, wobei gleichzeitig keine Rassen- Groessen- oder Gewichtsvorverurteilungen erfolgen duerfen.

Mit freundlichem Gruss

Ulrich Frevert

PS: Ich werde diesen Text als offenen Brief in meinem Tierheilpraxis-Weblog veroeffentlichen. Auch Ihre Antwort wird fuer meine Leser von grossem Interesse sein und ich hoffe auf Ihre Zustimmung zur Veroeffentlichung.

Mehr Info/Protestbrief schreiben
Demo in Hannover
Grosse Hunde sind nicht gefaehrlicher

11 Responses to “Neues Hundegesetz in Niedersachsen”


  1. 1 Soni 24. Juni 2009 um 15:43

    Natürlich ist der Beissvorfall schrecklich. Die Mädchen werden unter Umständen lebenslang seelische und körperliche Narben haben und die Hunde wurden eingeschläfert.

    Aber es kann doch nicht die Lösung sein, dass nun alle Hunde unter dieser verantwortungslosen Hundehalterin (die ja wohl schon zig mal vorbestraft ist) zu leiden haben.

    Ich finde Deinen offenen Brief klasse und bin sehr gespannt auf die Antwort.

    LG Soni

  2. 2 ulli 25. Juni 2009 um 23:27

    Ich bin auch gespannt…!

    Sicherlich hat er viel zu tun!

  3. 3 Gut 3. Juli 2009 um 09:53

    Hi,

    finde die Leinenpflicht gut, haber hier auch nur Ärger
    mit anderen Hundehaltern. Es ist nicht möglich ruhig
    mit seinem Hund durch die Siedlung zu laufen ohne hinter
    jede Ecke zu schaun ob da ein großer freilaufender Hund
    ist. Nur weil die Leute einfach keine Rücksicht auf andere
    nehmen wollen „das hat er noch nie getan etc..“

    • 4 ulli 26. Juli 2009 um 19:43

      Hallo Gut,

      hat einige Zeit gedauert, aber ich moechte nach unserem Urlaub heute noch auf deinen Kommentar eingehen.

      Du hast vollkommen recht, es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man bei einem Spaziergang mit seinem Hund von einem freilaufenden (egal wie grossem) anderen Hund belaestigt wird. Angst um den eigenen Vierbeiner kommt auf -uebrigens auch bei mir, der ich mit einem Russischen Terrier unterwegs bin- unabhaengig davon, ob es sich bei dem fremden Hund um einen Riesen oder um einen kleinen Aggressivling handelt.

      Den Hund frei auf einen anderen zulaufen zu lassen geht nur nach Absprache!

      Am Strand in Italien gab es auch die unmoeglichsten Situationen. Vorbildlich die Hunde, die mit ihren Menschen freilaufend Ball spielten oder im Meer schwammen, ohne sich um ihre Hundekollegen ueberhaupt zu kuemmern. Kein Problem, warum sollten die an der Leine festgemacht sein?

      Dann die Zeter und Mordio klaeffenden Hunde, die aber von ihren Besitzern an der Leine gehalten werden und teilweise von diesen wuest beschimpft werden, ohne dass das ihr Verhalten in irgend einer Weise beeinflusst.

      Und auch hier die uneinsichtigen Hundebesitzer, die ihren Hunden jeglichen Freiraum lassen und es in Kauf nehmen, dass alle Hundehalter nach ihrem Verhalten bewertet werden.

      Unmoeglich!

      Darum geht es letztendlich auch bei einer Aenderung des Hundegesetzes in Niedersachsen. Soll man wirklich wegen einiger Unbelehrbarer alle Besitzer von grossen Hunden dazu zwingen, ihnen einen Maulkorb anzulegen und sie permanent an der Leine zu fuehren? Da bekommt der Begriff „Hundeleben“ direkt eine neue Bedeutung.

      Und warum eigentlich die grossen Hunde? Prozentual gibt es bei kleinen Hunden -meiner Erfahrung nach- wesentlich mehr Ausraster, die gerne auch grosse Hunde provozieren, oder es zumindest versuchen. 😉

      Unser Django ist mit seinen 19 Monaten recht entspannt. Je nach Situation und Umfeld geht er mit oder ohne Leine. Von anderen Hunden laesst er sich kaum noch provozieren, ist aber gerne bereit, auf ein Spielangebot einzugehen. Ist dies der Fall und genuegend Platz vorhanden, spreche ich mit dem Besitzer des anderen Hundes und wir beschliessen gemeinsam, ob wir die Hunde zusammen spielen lassen. Waehrend wir Menschen uns darueber unterhalten, hat Django zu sitzen oder im Platz zu liegen.

      Das Verantwortungsbewusstsein des Hundebesitzers ist es, an das appelliert werden muss. Bei wem das nicht funktioniert, der hat von mir aus gerne die Konsequenzen zu tragen, auch in Form von Leinenzwang.

      Aber doch nicht pauschal fuer alle grossen Hunde und die unter 40cm Groesse duerfen machen, was sie wollen.

      Ein vollkommen falsches Signal!

  4. 5 Gut 6. August 2009 um 20:07

    Hi,

    im grunde stimme ich euch zu aber leider ist diesen
    unbelehrbaren nicht anders beizukommen.

    gespräche und aufforderungen ihren hund an die leine zu
    nehmen sind im sande verlaufen.
    die halter argumentieren so, das es kein gesetz gibt
    das sie dazu verpflichtet den hund an die Leine zu nehmen.

    als argument kommt dann immer mein hund tut nichts. er hat
    aber gleichzeitig mühe ihn auf der anderen straßenseite
    zu halten.

    ein nachfragen bei der stadt und der polizei ergab nur das
    es keinerlei gesetzliche möglichkeit gibt gegen diese
    hundehalter vorzugehen, solange nichts passiert ist.

    und selbst wenn etwas passiert und ein anderer hund schwer verletzt ist, kann immer noch nicht richtig gegen
    diese halter vorgegangen werden. das ist ein zitat der örtlichen
    behörden!!!

    anmerkung zum vorherigen kommentar, es ist zwar bekannt das
    die kleinsten hunde gerne auch größere aggressiv anbellen
    und knurren oder wie oben „provozieren“ das können sie
    aber auch tun wenn beide hunde angeleint sind es passiert
    nichts. mein hund ist ein kleiner mischling der sich
    sichtlich bedroht fühlt wenn ein 50-60kg schwerer rüde in
    seiner nähe ist. entsprechend ist er aggressiv um sein
    revier zu verteidigen, insbesondere da eine flucht nicht
    möglich ist. Sind beide angeleint zieht man sie weg und gut
    sind sie frei und man hat pech so hat man einen hund gehabt
    oder dieser ist schwer verletzt. ich spreche da aus erfahrung.

    ich halte das gesetz für sinnvoll

  5. 6 Brigitte 18. September 2009 um 19:25

    Ich bin gegen eine Pauschalierung.Es geht nicht darum Hunde ab 40 cm Widerristhöhe an die Leine zu legen sondern m.E. müßte es eine Handhabe geben gegen auffällige Hundehalter vorgehen zu können.
    Wir leben hier in einem Naherholungsgebiet und fast jeder 2.Anwohner hat 1 oder 2 Hunde.
    In der Regel nehmen die Hundehalter gegenseitig Rücksicht.Muß man anerkennen!
    Aber wie immer gibt es Einzelne ,die sich über alles hinwegsetzen.Ihre Hunde ( Schäferhundgroß) nicht im Griff haben,ohne Leine ( auch während der Brut und Setzzeit )führen,teilweise nicht mal ’ne Leine dabei haben.
    Nach dem Motto : Der tut nichts und will nur spielen.
    Dieser Hund geht aggressiv auf kleine Rüden,überrennt sie brutal(die kleinen Rüden sind angeleint!) und hackt auch durchaus zu.
    Trotz massiver Anzeigen beim zuständigen Ordnungsamt kann die Behörde angeblich nichts unternehmen !?!
    Der Gipfel sogar: Lassen Sie es zu das die beiden Hunde sich kennenlernen und zusammen spielen.( Aussage eines Sachbearbeiters beim zuständigen Ordnungsamt)
    Das muß geändert werden.Wenn ein Hund auffällig wird,dann muß das Ordnungsamt einschreiten können.Am Besten : Leinengebot bis zur Vorlage eines entsprechenden Sachkundenachweises.

  6. 7 ulli 19. September 2009 um 21:20

    Die Gesetzgebung speziell in Niedersachsen war schon in Ordnung, nur wird, wie in vielen anderen Bereichen auch, die Kontrolle der Einhaltung der Gesetze kaum bis gar nicht durchgefuehrt.


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