Wir erfuellen Wuensche

Die Dame, die gestern morgen einen Termin bei uns hatte, um etwas mehr ueber hundegerechte Ernaehrung zu erfahren, hatte einen besonderen Wunsch.

Immer wieder schaute sie waehrend unseres Gespraechs zum Glas hinueber, in dem unsere Blutegel leben. Viel passierte bei denen allerdings nicht, sie krochen nicht, sie schwammen nicht – eigentlich machten sie gar nichts. Dementsprechend schlecht waren sie denn auch zu sehen, immerhin ist das Glas mit recht vielen scharfkantigen Steinen wie Bergkristall, Ametyst und Orangencalcit gefuellt, die den Tierchen die Haeutung erleichtern und ihnen Versteckmoeglichkeiten bieten.

Zum Ende nutzte sie ihre Chance:

„Sind da Blutegel drin?“
„Ja, wollen Sie sie mal aus der Naehe sehen? Es sind wunderhuebsche Tierchen.“
„Oh ja, gerne. Ich finde die ja ekelig.“

Sagte es und ging zum Glas.
Ich auch, nahm den Deckel ab und schon kam etwas Bewegung in die Tiere.

„Soll ich mal einen rausholen?“
Wenn ich Seminare zum Thema gebe, habe ich auch immer fuer eine Weile einen von den kleinen Blutsaugern auf der Hand, um zeigen zu koennen, dass sie nicht sofort zubeissen, sondern erst einmal nach einer Ihnen geeigneten Stelle suchen. Mit dem Ansaugen ist auch nicht notwendigerweise ein Zubeissen verbunden, es dient auch der Fortbewegung.

Gesagt-getan!

Ihre Begeisterung ist gross als die Egel, unmittelbar nachdem ich meine Hand ins Wasser halte, auf diese zuschwimmen und andocken. So nehme ich einen aus dem Glas und lasse ihn eine Zeit lang herumschnuppern, sorgsam darauf bedacht, dass er nicht anfaengt, meine Haut durchzuraspeln.

Jetzt kann sie ihn in seiner gesamten Schoenheit beobachten, stellt noch ein paar Fragen, atmet schliesslich einmal tief durch und dann fragt sie, ihren eigentlichen Wunsch preisgebend:

„Darf ich auch mal einen auf die Hand nehmen?“

Sie durfte!

3 Responses to “Wir erfuellen Wuensche”


  1. 1 Soni 19. Mai 2009 um 10:00

    Uuuhhhaa, Blutegel habe ich noch nie angefasst und finde die eigentlich auch etwas eklig. Wäre vielleicht mal eine interessante Erfahrung 🙂
    LG Soni

  2. 2 ulli 22. Mai 2009 um 23:14

    Vielleicht hast du ja mal die Gelegenheit, die kleinen Biester naeher zu betrachten oder dich sogar mit ihnen zu be“fassen“. 😉

    Ich habe es aber auch schon erlebt, dass waehrend der Ausbildung eine Kommilitonin, die sich schon genau mit Blutegeln auskannte, hat beissen lassen und dann fragte, wie sie sich ihm wieder entledigen koennte.

    Sie fand sich dann damit ab, dass der Kleine sich erstmal genuesslich vollgesaugt hat, bevor er von ihr abliess.

    Eigentlich hatten wir genuegend Pferde als Patienten zur Verfuegung, dank der unfeiwillig freiwilligen Blutegelkennerin dann auch noch ein zusaetzliches Studienobjekt aus dem Humanbereich. 😀

  3. 3 Soni 23. Mai 2009 um 22:27

    Na so groß kann die Kenntnis ja dann nicht gewesen sein 🙂

    Stell mir grad vor wie der kleine Vampir eine halbe Stunde an mir festhängt, uuuhhhaa, freiwillig würde ich das glaub erst mal nicht machen.

    LG Soni


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