Archiv der Kategorie 'Abschied'

Groesster Hund der Welt eingeschlaefert

Via Yahoo-Nachrichten:

Gibson ist tot!

Laut Guinness-Buch der Rekorde war der Daenische Doggerich mit 1,08m Schulterhoehe und aufgerichteten 2,16m der groesste Hund der Welt. Er starb im Alter von 7 Jahren an Krebs.

(Der Server von www.gibsondog.com ist aus nahe liegenden Gruenden z.Zt. ueberlastet, so dass die HP im Augenblick nicht erreichbar ist)

Traurig bin ich nicht so sehr darueber, dass da ein Rekordhalter gestorben ist, sondern vielmehr ueber das persoenliche Schicksal eines Hundes mehr, den ein Krebsleiden befallen hatte.
Wenn man im Zusammenhang mit Krankheit von Leiden spricht, steht bei mir eine unheilbare Krebserkrankung an belastendster oberster Stelle fuer Tier und Mensch.

Ein hoffentlich nicht alltaeglicher Einsatz

Bin ich da richtig bei Pfoetchen?

Unsere Katze ist ueberfahren worden, koennen Sie die von der Strasse holen? Ich bin naemlich mit unserer 3-jaehrigen hier alleine und ich moechte nicht, dass sie das zu sehen kriegt.

Wir sind dann so verblieben, dass ich erst einmal schnell die tote Katze von der Strasse hole und sie mit zu uns nach Hause nehme, wo sie dann spaeter von ihm abgeholt werden sollte.

Am Ort des Geschehens hatte bereits ein Nachbar die Katze von der Strasse genommen. Er haette es nicht ertragen koennen, wenn noch ein weiteres Auto sie ueberrollt haette. Passiert war das Unglueck in einer Tempo-30-Zone, die Autos fuhren hier allerdings wesentlich schneller, was der Katze zum Verhaengnis wurde.

Ich nahm ihr noch das Halsband ab und brachte sie zu uns nach Hause.

Wenig spaeter kam der Anrufer dann auch, um sie abzuholen. Ich erzaehlte ihm noch, was er jetzt weiter veranlassen koennte und gab ihm einige Tel.-Nummern fuer die verschiedenen Moeglichkeiten mit.

Fuer mich war das heute ein aussergewoehnlicher und hoffentlich nicht alltaeglicher Einsatz.

Respekt verdient das verantwortungsbewusste Verhalten sowohl des Katzenbesitzers, als auch des Nachbarn! Da tue ich dann auch gerne, was mir moeglich ist.

Kinder trauern um ihr Tier

In meinem Artikel Wenn ein Tier stirbt bin ich bereits auf einige Aspekte eingegangen, die der Tierbesitzer bezueglich des Lebensendes seines geliebten Tieres bedenken sollte.

Trauer

Was fuer Erwachsene schon eine schwere emotionale Belastung bedeutet, ist fuer Kinder oft eines der dramatischsten Erlebnisse ihres jungen Lebens. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Tod des „eigene“ Tieres oder um den des z.B. Familienhundes handelt.

Wenn das Lebensende absehbar ist, sollte eine emotionale Vorbereitung auf den bevorstehenden Tod eines alten oder schwerkranken Tieres stattfinden. Dem Kind muss altersgerecht vermittelt werden, dass der Tod bei jedem Lebewesen kommt und Tiere nicht so lange leben wie wir Menschen.
Noch schlimmer trifft jedoch jeden der ploetzliche Tod des Spielkameraden, besonders aber unsere Kinder.

Ausfuehrliche Gespraeche helfen bei der Verarbeitung des schrecklichen Erlebnisses. Wichtig ist, dass Kinder mit ihrer Trauer nicht allein gelassen werden. Der Tod darf nicht tot-geschwiegen werden.

Von Kind zu Kind verschieden und auch vom Alter des Kindes abhaengig ist, ob man sich dazu entschliesst dem Kind die sterbliche Huelle des verstorbenen Lieblings noch einmal zu zeigen. Man kann diese Moeglichkeit anbieten, fragen, was das Kind moechte.
(Anm.: Ich halte unsere Leser fuer so muendig, dass ich grundsaetzlich selbstverstaendliche Dinge nicht extra erwaehne. Bsp. hier: selbstverstaendlich zeige ich einem Kind nicht ein durch einen Unfall ums Leben gekommenes, entstelltes Tier.)

Je nachdem, was nach dem Tod weiter mit dem Tier geschieht, gibt es sehr viele Moeglichkeiten, das Tier in gutem Gedenken zu bewahren. Nach einer Kremation kann man die Asche in einer Urne im Hause aufbewahren oder, wo es erlaubt ist, im Garten beisetzen. Sprechen keine Laendergesetze dagegen, kann man auch an eine Trauerfeier mit Beerdigung denken. Eine weitere Moeglichkeit, das Tier zu bestatten und spaeter ein Grab besuchen zu koennen, bieten regionale Tierfriedhoefe.

Blieb das Tier nach den Einschlaefern beim Tierarzt, kann man mit den Kindern zusammen trotzdem zu Hause eine Trauerfeier abhalten und zusammen weinen, das hilft!

Erinnerungen sind wichtig: Das kann ein Grab sein, eine Urne, ein Gedenkplatz, an dem eine Blume gepflanzt, ein Kreuz aufgestellt, ein einfacher Stein gelegt wird. Oder auch ein Fotoalbum, mit selbstgeschriebenen Texten, die das Tier mit seinen Eigenheiten, Schwaechen und Staerken beschreiben.

Mir ist vollkommen klar, dass es kein Schema geben kann, um die individuelle Trauer zu bewaeltigen. Wie in allen meinen Artikel moechte ich auch in diesem Fall nur Denkanstoesse geben und erwarte eure Ergaenzungen und Meinungen in den Kommentaren.

Wenn ein Tier stirbt

Wenn ein tierischer Freund und Lebensabschnittsbegleiter stirbt, steht sein trauernder Mensch vor einer Entscheidung, mit der er sich schon zu Lebzeiten des Tieres auseinander setzen sollte.

Wohin geht der letzte Weg?

Wurde ein Tier eingeschlaefert, bietet der Tierarzt an, es in der Praxis zu behalten. Es gelangt dann in eine Tierkoerperbeseitigungsanstalt – auch als Abdeckerei bekannt.
Nimmt man den Leichnam mit oder stirbt das Tier zu Hause, gibt es ebenfalls die Moeglichkeit, es zur TBA zu bringen, wo es gesetzeskonform entsorgt wird. Fuer viele Tierfreunde ein abstossender Gedanke!
Ich kann aber auch nachvollziehen, dass Mensch der Ueberzeugung ist, dass nach dem Tode nur die sterblichen Reste des Tieres verbleiben und es vollkommen egal ist, was mit ihnen geschieht.
Noch einmal: Ich verurteile niemanden, der sein Tier in der TBA abgibt. Viel wichtiger ist mir, dass ein Tier zu Lebzeiten gut behandelt und versorgt wird und dass seine Menschen es nach dem Tode in wohlwollender Erinnerung behalten.

Ob es erlaubt ist, das Tier im eigenen Garten zu begraben, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Alternativ dazu gibt es Tierfriedhoefe in vielen Staedten und Gemeinden.

Inzwischen gibt es auch ein vielseitiges Angebot, Tiere einaeschern zu lassen. Auf der Heimtiermesse in Hannover traf ich eine Dame von „Antares Tierbestattungen“. Sie war sehr kompetent und freundlich in ihrer Beratung und Aufklaerung. Vor allem nicht draengend und aufdringlich ins Gewissen redend.

Ich habe oben mal einen Link eingefuegt, weil ich der, allerdings sehr persoenlichen Meinung bin, dass dieses Familienunternehmen eine serioese und umfassende Betreuung nach dem Tode eines Tieres bieten kann und wohl wissend, dass es eine Vielzahl anderer Anbieter gibt, die ebenfalls pietaetvoll und verantwortungsbewusst arbeiten.

siehe auch: Kinder trauern um ihr Tier

Nachtrag:
Bei „Die-Pferde-Weide“ habe ich den Artikel: Gnadenhof oder Schlachthof gefunden, der Alter und Tod der Pferde thematisiert.

Toffee

Waehrend unseres anderthalb-jaehrigen Aufenthalts in Lincolnshire/England bewohnten wir ein kleines Haus auf der riesigen Farm von Mr und Mrs (sagen wir mal) Black. Sehr nette aeltere Leute, sehr reich und auch gerne bereit, ihren Reichtum zu zeigen. Ein ganzer Fuhrpark an „toys“ bestehend aus Land Rover Pick Up, einem kleinen Mercedes Zweisitzer ohne Typenbezeichnung am Heck, zwei Smarts (einen flachen und einen kugeligen), einen Honda Kombi und ganz klassisch einen schoenen alten Jaguar (dunkelgruen mit Kuehlerfigur). Ab und an fuhren Mr und Mrs Black ihre Laendereien mit einem sechs-raederigem japanischem Unbequemteil ab und am Sonntag flog Mr Black gerne mit einer alten Spitfire, fuer die er die Patenschaft uebernommen hatte und die im nahegelegenen Aviation Heritage Center stationiert und gewartet wurde, mit Ohren betaeubenden Laerm im Tiefflug ueber seine Farm.
By the way, „Don’t mention the War!“
Natuerlich war Mr Black auch Jaeger und hatte eine Huendin namens „Toffee“, die er in hoechsten Toenen lobte, als „lovely nice girl“, die ein „true comrade“ bei der Huehnerjagd war und ihn draussen ueberallhin begleitet habe, dieses Jahr aber zu alt fuer die Jagd waere.
Nice Girl 08
Unsere Anmerkungen, dass es kein Problem waere, ihren Gesundheitszustand zu verbessern, wollte er nicht unbedingt hoeren. Sie sei schliesslich schon neun Jahre alt und bekaeme immer gutes Futter. Von uns bekam sie Spiel- und Apportiereinheiten, ihr wisst schon, die Kombination aus „gutem“ Futter und den ganzen Tag nur faul rumliegen tut der Figur und den Gelenken nicht gut. Mehr war von uns nicht erwuenscht.
Eines Freitags, wir packten gerade unser Auto fuer eine Stippvisite nach Deutschland, stellte Mr Black uns voller Freude „Muffin“, eine junge, verschuechterte Springerspaniel-Huendin vor.
„Wird mal ein guter Stoeberhund, ihre Mutter ist ein fantastischer Arbeiter.“

Der Rest ist schnell erzaehlt.
Als wir wieder zurueck kamen, war „Toffee“ nicht mehr da. Auf unsere Nachfrage bekamen wir dann zu hoeren, sie haette in der letzten Zeit keinen Spass mehr am Leben gehabt.

Hatten wir gar nicht bemerkt!

Ausserdem haette sie ja auch ein schoenes Leben gelebt.

Allerdings ohne Rentenanspruch!

siehe auch: Der ist ja schon alt

Der ist ja schon alt,

da kann man sowieso nichts mehr dran machen.

Auf Nachfrage ist er dann schon sechs oder gar acht Jahre alt, von mir aus lass es zwoelf oder fuenfzehn sein! Wirklich, so alt schon? Nee, tut mir Leid, da koennt ihr von mir keine Zustimmung erwarten.

Ganz ehrlich? Ein Vorwand, nichts mehr fuer den Hund zu tun, ist das in meinen Ohren! Er wird langsam laestig, faengt so allmaehlich an, zeitintensiver zu werden. Und mehr Geld muesste man dann auch noch ausgeben. Ob sich das ueberhaupt lohnt?
Auch auf der „Gruenen Woche“ wollten wieder einige Tierbesitzer, dass ich ihnen ob ihrer diesbezueglichen Argumentation beipflichte. Und wenn ich ihnen dann die vielfaeltigen Moeglichkeiten aufzaehle, die die Lebensqualitaet verbessern, die gesundheitlichen Probleme auch im fortgeschrittenem Stadium noch lindern oder sogar heilen koennten, kommen wieder die oben erwaehnten Einwaende.
Leute, – (ich hoffe, dass sich nur die angesprochen fuehlen, die ich beabsichtige, anzusprechen) – wenn ihr nicht bereit seid, etwas fuer euer Tier zu tun, z.B. etwas an den Haltungsbedingungen incl. Fuetterung zu aendern oder wenn ihr nicht bereit seid, Geld fuer eine Therapie zu investieren, schiebt bitte nicht das Alter des Tieres vor.

(Start Sarkasmus)
Verdraengt alles, was es euch bisher an Freunde bereitet hat, schiebt es auf’s Abstellgleis, irgendwann kommt der Zeitpunkt, da findet ihr einen studierten Tierheilkundigen, der euch zustimmt, euch die Verantwortung abnimmt und der auch gleich die passende Spritze parat hat, um es von seinen ‘Leiden zu erloesen’.
(Ende Sarkasmus)

Und holt euch danach bitte, bitte nie wieder ein Tier ins Haus, auch nicht in den Zwinger!

Masslos aufregen koennte ich mich manchmal!

Nachtrag: siehe auch: Toffee


 

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